Das Fachgebiet bietet unterschiedliche Veranstaltungen an. Nachfolgend finden Sie Informationen zu aktuellen und bisherigen Veranstaltungen im Themenfeld Polizeigeschichte und Politische Bildung.
20.–21. Januar 2026
Lernen aus Sicht der Betroffenen: Ein Ansatz für polizeiliche Professionalität – Fachkonferenz des Kooperationsprojekts DISKURS
organisiert von Dr. Haydée Mareike Haass (DHPol), Prof. Dr. Verena Schulze (HSPV) und Cornelia Rotter (HöMS)
Evangelische Akademie Frankfurt a.M.
Die Fachkonferenz des Kooperationsprojektes DISKURS (Öffnet in einem neuen Tab) "Lernen aus Sicht der Betroffenen: Ein Ansatz für polizeiliche Professionalität" widmet sich der Frage, wie die Perspektiven von Betroffenen polizeilichen Handelns mit Hilfe von politischer Bildung in polizeiliche Bildungspraxis integriert werden können.
Für interessierte Personen aus der polizeilichen Praxis, der polizeilichen Aus- und Fortbildung sowie der politischen Bildung sind noch einzelne Plätze für die Veranstaltung verfügbar. Interessierte können sich noch bis zum 07.01.2026 anmelden. Eine Übernahme von Reise- und Übernachtungskosten ist nicht vorgesehen.
Das auf drei Jahre angelegte Kooperationsprojekt entwickelt ein bundesweit zugängliches Bildungskonzept, das eine multiperspektivische Auseinandersetzung mit polizeilichen Einsatz- und Ermittlungsanlässen anstrebt. Ziel ist es, den Dialog zwischen Polizei, Wissenschaft und Zivilgesellschaft durch politische Bildung mit einem DISKURS(-Raum) zu erweitern und damit die polizeiliche Aus- und Fortbildung zu professionalisieren.
Der erste Konferenztag fokussiert theoretische und methodische Grundlagen. Es werden Konzepte wie Haltung und Verantwortung diskutiert sowie Reflexionsmethoden der politischen Bildung vorgestellt und erprobt. Am zweiten Tag rückt die Betroffenheit von polizeilichem Handeln in den Vordergrund: Vertreter:innen aus Polizei, Zivilgesellschaft und Wissenschaft diskutieren Erfahrungen, Vertrauensdynamiken und unterschiedliche Deutungen des Begriffs "Betroffene". Ziel ist es, Spannungsfelder sichtbar zu machen und zentrale Themen für eine zukünftige polizeiliche Kompetenzentwicklung zu identifizieren.
Die Tagung richtet sich an ein Fachpublikum aus Wissenschaft, Polizei, politischer Bildung und angrenzenden Praxisfeldern, das an einer vertieften Auseinandersetzung mit dialogorientierten Ansätzen und professionsbezogener Reflexion interessiert ist.
An der DHPol leitet Dr. Haydée Mareike Haass das Kooperationsprojekt, an der HSPV Prof. Dr. Verena Schulze und an der HöMS Cornelia Rotter. Felix Lange ist wissenschaftlicher Projektmitarbeiter.
Kontakt und Anmeldung
Dr. Haydée Mareike Haass: haydeemareike.haassdhpolde
Felix Lange: felix.langedhpolde
08.–10. Juli 2026
Polizist:in-Sein. Gesellschaftliche Selbst- und Fremdbilder (18.–21. Jahrhundert) – 35. Kolloquium zur Polizeigeschichte
organisiert von Gundula Gahlen (DHPol), Haydée Mareike Haass (DHPol)
Deutsche Hochschule der Polizei. Universität der Polizeien des Bundes und der Länder (DHPol), Münster
08.07.2026–10.07.2026
Das Thema Polizist:in-Sein richtet den Blick nicht auf die Institution Polizei, sondern auf die Menschen, die sie verkörpern – auf die Angehörigen der Polizei als soziale und kulturelle Subjekte, geprägt von Deutungen, Emotionen und sozialen Interaktionen. Die Figur der Polizistin und des Polizisten ist Identifikationspunkt, Handlungssubjekt, Deutungsobjekt und Projektionsfläche zugleich: Akteurin polizeilicher Ordnung, Trägerin professioneller Routinen, aber auch Symbol staatlicher Autorität sowie Adressat gesellschaftlicher Erwartungen und Affekte.
Zwischen professionellem Selbstverständnis und öffentlicher Zuschreibung, zwischen Berufsethos und sozialer Erfahrung entsteht ein Spannungsfeld, das das Verhältnis von Polizei und Gesellschaft auf besondere Weise sichtbar macht, räumliche Unterschiede aufweist und sich im Laufe der Zeit gemeinsam mit dem gesellschaftlichen Wandel deutlich verändert.
Das 35. Kolloquium zur Polizeigeschichte widmet sich diesem Spannungsfeld von gesellschaftlichen Selbst- und Fremdbildern des Polizist:in-Seins vom 18. bis 21. Jahrhundert. Es rückt die Veränderbarkeit und Vielschichtigkeit polizeilicher Selbst- und Fremdbilder sowie den Aushandlungsprozess zwischen den Erwartungen von Bürger:innen und den Selbstbildern der Polizist:innen in den Mittelpunkt.
Kontakt
Prof. Dr. Gundula Gahlen: gundula.gahlendhpolde
Dr. Haydée Mareike Haass: haydeemareike.haassdhpolde
03.–05. Dezember 2025
Workshop: Trauma, Institutional Knowledge, and Social Order: European Perspectives during the Cold War
Organized by Heike Karge (University of Graz), Gundula Gahlen (German Police University, Münster), Volker Hess (Charité Berlin), Ketil Slagstad (Charité Berlin)
University of Graz, 8010 Graz
03.12.2025 - 05.12.2025
This explorative workshop investigates institutional and praxeological approaches to psychic suffering in Eastern and Western Europe after 1945. It examines the making of trauma through broad political, ideological, environmental or social transformations in the Cold War period through processes of making visible, pathologization, legitimization, or denial. Moving beyond studies focused solely on World War II and its long-term psychological consequences, we aim to understand the Cold War as a period of continued upheaval, producing new institutional responses to psychic distress while shaped by the legacies of previous violence. The workshop focuses on institutional archives and documentary sources - psychiatric and therapeutic case files, forensic assessments, hospital records, bureaucratic documents, police files, and court proceedings. These materials reveal how societies perceived, managed, and classified mental suffering - or failed to do so - under specific historical conditions. In doing so, the workshop seeks to uncover specifically European trajectories in the conceptual and institutional history of 'trauma’.
Programme
Wednesday 3rd December
Arrival of Participants
19.00 Joint Dinner
Thursday, 4th December
9.00-11.15 Panel I: Psychiatry and Medical Records
Katja Geiger-Seirafi, Ina Markova: Traces of Trauma in Psychiatric Records: Understanding Postwar Psychic Suffering in Austria after 1945
Dagmar Wernitznig: The Third Woman as Second Sex and (Mental) Asylum: Alienness, Exile, and Trauma in Early Cold War Vienna
Gábor Csikós: Captivity, Trauma, and Psychiatric Practice under Hungarian Stalinism
Coffee Break (30 minutes)
11.45-13.15 Panel II: Police and Secret Services
Anna Grutza: Between Trauma, Repression and Political Abuse: Diagnoses of Insanity in Polish Secret Police Files
Haydée Mareike Haass: Addressing mental suffering and physical disability in the post-war integration of the Bavarian police force (1950-1965)
13.15 Lunch Break (75 minutes)
14.30-16.00 Panel III: Politics and Violence
Gelinda Grinchenko: Invisible in Life, Absent in Memory: Psychiatric Patients and Institutional Silencing of Nazi Atrocities in Ukraine
Irina Pelea: Manufacturing Madness: Institutional Trauma-Making and Psychiatric Violence in Cold War Romania
Coffee Break (30 minutes)
16.30-18.45 Panel IV/1: Professional Discourses
Nataša Mišković: Partisan Hysteria and the Making of the Ethnopsychoanalyst Paul Parin
Roman Mamin: Trauma à la soviétique: Redefining the Psyche in the Cold War
Georg Wurzer: The Traumatic Legacy of the Afghan War. How the concept of PTSD came to the Soviet Union, Russia, Ukraine and Lithuania 3
20.00 Joint Dinner
Friday, 5th December
09.00-11.15 Panel IV/2: Professional Discourses
Francesco Toncich: Displacement Trauma in Psychiatric Practice on the Western Side of the Iron Curtain: The Upper Adriatic Case Study
Ketil Slagstad: Making Prognosis, Untracing Trauma. A Praxiographic Analysis of Clinical Research on Schizophrenia in the 1960s and 1970s
Victoria Shmidt: Expertise on child deprivation in socialist psychology and the global resilience movement
Break with coffee and catering (45 minutes)
12.00-13.30 Panel V: Societal Debates
Vinko Korotaj Drača: Trauma, psychiatry and murder in socialist Slovenia: The case of Metod Trobec and its cultural reflections
Mykola Neborachko: Posthumous rehabilitation as a tool of social legitimization
13.30-14.30 Discussion
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