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Polizeiliche Führungsverantwortung zwischen Bürger- und Staatsorientierung

„Die Polizei ist wesentlicher Garant für die Innere Sicherheit und unterliegt insbesondere als Trägerin des Gewaltmonopols einer umfassenden öffentlichen Kontrolle. Ihre Integrität ist unabdingbare Voraussetzung für das Vertrauen des Bürgers in seine Polizei.

Polizeiliches Handeln muss – über die Bindung an Recht und Gesetz hinaus – politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen berücksichtigen.“ (PDV 100, ZIff. 1.1).


Die Polizei, das macht schon die Polizeidienstvorschrift (PDV) deutlich, wirkt in einem Spannungsfeld zwischen einer Bürgerpolizei und einer Polizei, welche die Vorgaben der Regierenden „über die Bindung an Recht und Gesetz hinaus“ berücksichtigen muss. Die Positionierung in diesem Spannungsfeld wird in einer durch Globalisierungsängste, Sicherheits- und Wirtschaftskrisen verunsicherten Gesellschaft zunehmend anspruchsvoller. Zu einem gilt es staatliche und wirtschaftliche Interessen durchzusetzen und politischen Programmen zu folgen. Zum anderen gilt es, den Kontakt und Zugang zu den Bürger*innen einer Migrationsgesellschaft nicht zu verlieren. Es gilt, die Balance „zwischen Staat und Straße“ zu halten, wie es der Polizeipräsident von Amsterdam, Pieter-Jaap Aalbersberg 2018 formulierte. Die Bearbeitung dieses Spannungsfeldes zwischen innen und außen zählt zu den wesentlichen Funktionen von Führung, insbesondere auf der Ebene des höheren Dienstes.


Vor diesem Hintergrund will die Tagung unterschiedliche Perspektiven auf das aufgezeigte Spannungsfeld sichtbar machen, diskutieren und in einzelnen Themenfeldern bearbeitbar machen. Sie richtet sich an Führungskräfte des höheren Dienstes sowie an die interessierte Öffentlichkeit.

Das Seminar will sich über vier Impulse aus den Perspektiven Politik, Recht, Stadtgesellschaft und polizeiliche Bildungsarbeit dem Thema nähern und es im weiteren Verlauf in vier themenbezogenen Workshops vertiefen. Es wird durch eine Podiumsdiskussion sowie einen abschließende Vortrag zur Grenzstellenfunktion von Führungskräften im Wettbewerb der Narrative abgerundet.