01.06.2026
Im Rahmen der GPEC 2026 in Leipzig fand am 20. Mai ein Fachsymposium des Polizeitechnischen Instituts (PTI) der Deutschen Hochschule der Polizei unter der Leitung des Verantwortlichen für den Bereich der Verkehrsüberwachung, Mario Sormes, statt. Unter dem Titel „Automatisierte Verkehrsüberwachung – Zeit für eine bundesgesetzliche Regelung“ diskutierten Expertinnen und Experten aus Polizei, Politik, Wissenschaft und Industrie über die Zukunft moderner Verkehrsüberwachungssysteme.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie automatisierte Verkehrsüberwachung rechtlich und technisch einheitlich in Deutschland umgesetzt werden kann. Die Teilnehmenden beleuchteten dabei insbesondere die aktuellen Herausforderungen durch unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern, die den Einsatz neuer Technologien bislang erschweren. Gleichzeitig wurden internationale Erfahrungen sowie technische Entwicklungen vorgestellt, die das Potenzial solcher Systeme verdeutlichen.
Rund 70 Fachbesucherinnen und -besucher verfolgten die Vorträge und Diskussionen vor Ort und beteiligten sich aktiv am fachlichen Austausch.
Die Beiträge machten deutlich, dass es nicht nur um Technik, sondern vor allem um gesellschaftliche Wirkung geht: Automatisierte Verkehrsüberwachung könne maßgeblich dazu beitragen, das Verhalten von Verkehrsteilnehmenden zu verändern und so die Verkehrssicherheit spürbar zu erhöhen. Gleichzeitig wurde betont, dass der bestehende Personalmangel in Deutschland den Einsatz automatisierter Systeme zusätzlich notwendig mache.
Auch kritische Aspekte wurden diskutiert. So sehen viele Expertinnen und Experten insbesondere datenschutzrechtliche Unsicherheiten sowie die Sorge vor verfassungsrechtlichen Hürden als zentrale Hemmnisse. Dennoch herrschte Einigkeit darüber, dass sich rechtliche Anforderungen und effektive Verkehrsüberwachung miteinander vereinbaren lassen – wenn eine klare gesetzliche Grundlage geschaffen wird.
Ein zentrales Ergebnis der Konferenz war daher die klare Übereinstimmung aller Vortragenden: Für eine erfolgreiche und rechtssichere Einführung automatisierter Verkehrsüberwachung bedarf es dringend einer bundesweit einheitlichen gesetzlichen Grundlage im Straßenverkehrsgesetz. Eine solche Regelung könnte nicht nur für mehr Rechtssicherheit sorgen, sondern auch Innovationen fördern und die flächendeckende Nutzung moderner Technologien ermöglichen.
Darüber hinaus betonte das Symposium die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen Polizei, Gesetzgeber, Industrie und Wissenschaft. Nur durch einen interdisziplinären Ansatz könnten praktikable Lösungen entwickelt werden, die sowohl den Anforderungen der Verkehrssicherheit als auch des Datenschutzes gerecht werden. Ziel der Veranstaltung war es daher auch, konkrete Handlungsempfehlungen für die weitere politische und fachliche Diskussion zu erarbeiten.
Das Fachsymposium verdeutlichte insgesamt, dass automatisierte Verkehrsüberwachung ein wichtiger Baustein für die zukünftige Verkehrssicherheit ist – deren erfolgreiche Umsetzung jedoch maßgeblich von klaren, bundesweit einheitlichen Rahmenbedingungen abhängt.