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11.02.2019

„Sicherheit im öffentlichen Raum“: Von der Videoüberwachung bis zur Stärkung des Sozialkapitals – Neue Konzepte für die Sicherheit im öffentlichen Raum

Am 29. und 30. Januar diskutierten 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Thema „Sicherheit im öffentlichen Raum“ an der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) in Münster.

In insgesamt vier Workshops und im Plenum ging es um die Zuständigkeiten, Präventionsmaßnahmen und Zusammenarbeitsformen für die Sicherheit im öffentlichen Raum. Gemeinsam hatten die DHPol und das „Deutsch-Europäischem Forum für Urbane Sicherheit e. V.“ (DEFUS) an die Hochschule eingeladen.

Der Präsident der Deutschen Hochschule der Polizei, Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange, und der Beigeordnete der Stadt Essen und im Vorstand von DEFUS, Christian Kromberg, brachten in ihrer Begrüßung zum Ausdruck, dass die Tagung zu diesem hochaktuellen Thema und die interdisziplinäre Perspektive aus kommunaler, polizeilicher und wissenschaftlicher Sicht zu spannenden und vielleicht auch kontroversen Diskussionen anregen soll.

In drei Keynotes zur Einführung in die Thematik wurde dieser Anspruch sogleich eingelöst, indem Dr. Anke Schröder (LKA Niedersachsen) den Stand der Wissenschaft zur Sicherheit im öffentlichen Raum vorstellte, Dirk Wurm (Ordnungsreferent der Stadt Augsburg) die kommunalen Aspekte in den Vordergrund stellte und abschließend Harald Schmidt, Geschäftsführer Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes, die polizeiliche Sicht auf die Thematik „Sicherheit im öffentlichen Raum“ einbrachte.

Nach den Keynotes waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefragt. In Workshops wurden Erfahrungen und Ideen zur Sicherung von Großveranstaltungen, zu Sicherheitspartnerschaften der Zukunft, zu Prävention von Straßenkriminalität sowie zu Sozialkapital und Sicherheitsgefühl ausgetauscht und intensiv diskutiert. Das abendliche „Get-togehther“ bot mit einer Posterausstellung über gelungene Kampagnenarbeit von Polizei und Kommunen zur Sicherheit im öffentlichen Raum Anregung zu einem intensiven Austausch zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie den Referentinnen und Referenten.

Der zweite Tag begann mit der Präsentation und Diskussion der Workshopergebnisse, so dass schnell die inhaltliche Brücke zur Podiumsdiskussion geschlagen war: Ist öffentliche Sicherheit eine hoheitliche Aufgabe und fällt sie in den Verantwortungsbereich der Kommunen? Dieser Frage stellten sich auf dem Podium neben Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange (DHPol), Prof. Dr. Joachim Häfele (Polizeiakademie Niedersachsen), Dr. Christos Katzidis (Mitglied des Landtags NRW), Dr. Stephan Keller (Vorsitzender des Recht- und Verfassungsausschusses des Deutschen Städtetags sowie Stadtdirektor der Stadt Köln), Volker Kluwe (Polizeipräsident Polizeidirektion Hannover) und Dirk Wurm (Ordnungsreferent Stadt Augsburg).

Stephan Keller brachte es auf den Punkt: „Eine gute Aufgabenteilung zwischen Polizei und Kommune gepaart mit präventiven Maßnahmen, die von der Kommune gesteuert werden, sind ganz wichtig, um das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken.“ Ergänzend hob Dirk Wurm hervor, dass eine transparente Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern zentrale Bedeutung hat: „Kommunen müssen mit den Bürgern zusammenarbeiten und direkter kommunizieren. Dafür müssen Beteiligungsformate gefunden werden, die die Bürger erreichen.“

Den Abschluss bildete der Vortrag von Dr. Tim Lukas über die resiliente Gesellschaft. Er betonte die Notwendigkeit des Zusammenspiels von Stadtplanung und Nachbarschaftsarbeit. Dabei ging er besonders auf die Kriminalpräventive Platzgestaltung durch Schließung und formelle Überwachung (design out crime) und durch Revitalisierung und informelle Kontrolle (crowd out crime) ein.

Einigkeit herrschte unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie den Veranstaltern, dass dieses aktuelle Thema zwingend weiter diskutiert werden sollte. Daher ist die nächste Tagung in der Reihe „Sicherheit im öffentlichen Raum“ bereits für den 20. und 21. November 2019 terminiert und widmet sich dem Thema „Sicherheit und Integration“.

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