Inhalt anspringen

20.11.2018

Am 20.11.2018 fand der Deutsche Verkehrsexpertentag 2018 unter Beteiligung des FG II.4 zum Thema "Versorgung somatischer und psychischer Verkehrsunfallfolgen" im Bildungszentrum "Carl Severing" statt.

Am 20. November 2018 fand ein bundesweiter Verkehrsexpertentag unter Beteiligung des FG II.4 zum Thema „Versorgung somatischer und psychischer Verkehrsunfallfolgen“ in der Aula des Polizeibildungszentrums in Münster statt.

Federführend war die Verkehrsunfall ‐ Opferhilfe Deutschland e.V. (VOD e.V.). Die Schirmherrschaft hatte der Minister des Innern Nordrhein ‐ Westfalen, Herbert Reul, übernommen, der an die etwa 150 Teilnehmer zur Eröffnung des Kongresses ein Grußwort richtete. „Die nordrhein ‐ westfälische Polizei arbeitet vehement mit ihrer fortgeschriebenen Fachstrategie Verkehrsunfallbekämpfung daran, die Zahl der im Straßenverkehr Verunglückten zu minimieren“, erläuterte der Minister. Unfallopfer, die oft das Vertrauen in den Straßenverkehr verloren haben, sollten psychische Belastungen möglichst erspart bleiben und zeitnahe Hilfe erhalten, betonte Reul.

Auf dem Kongress referierten zahlreiche Experten aus dem In ‐ und Ausland zu dem Tagungsthema, u.a. der Vizepräsident des Verkehrsausschusses des Europäischen Parlaments, MdEP Dr. Dieter ‐ L. Koch. Auf europäischer Ebene wurde mit der „Vision Zero ́“ das Ziel gesetzt, die Zahl der Verkehrstoten in der EU bis 2050 auf Null zu bringen. Da sich Verkehrsunfälle jedoch auch mit sicherheitsrelevanten Fahrerassistenzsystemen und autonom fahrenden Fahrzeugen wohl nicht komplett verhindern lassen können, fordert der Europaabgeordnete dringend die Debatte, sowohl heute als auch in Zukunft Sorge dafür zu tragen, dass den Unfallopfern effizient geholfen wird, damit sie nicht allein gelassen bleiben.

Der Kongress wurde durch die Sparkasse Münsterland Ost gefördert. „Es ist ein Thema das jeden etwas angeht: Die Folgen von Verkehrsunfällen können so gravierend sein, dass sich das Leben des Opfers und seiner Familie radikal ändert. Eine Unterstützung im Nachgang eines Unfalls gibt Orientierung und Sicherheit in einer ohnehin schon schwierigen Lebensphase. Somit ist der Deutsche Verkehrsexpertentag 2018 eine besondere Einrichtung, die diese Aufgaben im Blick hat und nachhaltige Impulse setzen will und kann. Die Sparkasse Münsterland Ost hat die Durchführung dieses wichtigen Kongresses gerne gefördert, weil niemand in solchen Situationen allein gelassen werden sollte. Deshalb wünschen wir der Veranstaltung viele neue Erkenntnisse, die zu einer höheren Sicherheit im Straßenverkehr führen“, so Astrid Vespermann, Leiterin des BeratungsCenters Hiltrup der Sparkasse Münsterland Ost.

Vor Beginn des Kongresses gaben Statements zum Kongress ab:

  • Herr Bürgermeister Gerhard Joksch, Stadt Münster
  • Herr Polizeipräsident Hans ‐ Joachim Kuhlisch, Münster
  • Frau Astrid Verspermann, Leiterin des BeratungsCenters Hiltrup der Sparkasse Münsterland Ost
  • Herr Direktor des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten NRW Michael Frücht
  • Herr Leitender Polizeidirektor Helmut Wälter, Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW
  • Prof. Dr. Wolfgang Schubert, Präsident des Wissenschaftlichen Beirats der VOD.

Der Vorstandsvorsitzende der VOD, Prof. Dr. Wilfried Echterhoff, weist darauf hin, dass „die Gefahren und die Schrecklichkeiten des Straßenverkehrs durch Menschen gemacht sind, daran dürfen wir uns nicht gewöhnen“.

Für die Auswahl des Termins für diesen Kongress spielte auch die Nähe zum „World Day of Remembrance“, der am vergangenen Sonntag, 18. November, zum 25. Mal an Verkehrsunfallopfer erinnerte, eine Rolle. Die Initiatorin dieses Tages, Frau Brigitte Chaudhry: “Die unglaublich hohe Anzahl von Verkehrstoten und Verletzten in den vergangenen 25 Jahren seit Einführung des Gedenktages ist schockierend: schockierend, weil deutlich weniger Menschen vor dem Verkehrsunfalltod gerettet werden konnten als erhofft, schockierend weil jedes Jahr so viel mehr Unfalltoten an diesem Tag gedacht werden muss.“

Der Kongress schloss mit Empfehlungen für die künftige Verbesserung der Versorgung somatischer und psychischer Unfallfolgen ab.

EN