13.04.2026
Der 31. Deutsche Präventionstag steht unter dem Thema „Künstliche Intelligenz in der Prävention“. Vom 13. bis 14. April 2026 stellen auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der DHPol in Hannover ihre Forschungsprojekte vor.
Können generative KI-Produkte wie Avatare und Chatbots dabei helfen, Radikalisierung und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit innovativ und interaktiv zu begegnen? Darum geht es im Vortrag von Prof. Dr. Thomas Goergen und Tihomir Vrdoljak vom Fachgebiet „Kriminologie und interdisziplinäre Kriminalprävention“ (Öffnet in einem neuen Tab). Außerdem geben die beiden Wissenschaftler Einblick in ihr laufendes Forschungsprojekt zu Vermögensdelikten gegen ältere Menschen. Während Straftaten wie der „Enkeltrick“ wohlbekannt sind, legt diese Studie den Fokus auf Straftaten, die aus dem sozialen Nahraum der Opfer begangen werden. Dabei missbrauchen etwa Angehörige, Betreuungspersonen und andere Dienstleistende ihre privilegierten Vertrauenspositionen.
Um proaktive Ansprache von Täter:innen häuslicher Gewalt geht es im „Berliner Modell“. Dabei sollen Täter:innen nach Polizeieinsätzen frühzeitig an Beratungseinrichtungen vermittelt werden. Die Begleitforschung untersucht Chancen und Hürden bei der Umsetzung. Darüber berichten Prof. Dr. Thomas Görgen und Dr. Catharina Vogt Fachgebiet „Kriminologie und interdisziplinäre Kriminalprävention“ sowie Inna Friedland von der Servicestelle Wegweiser, an der das Projekt angesiedelt ist.
Das Panel „Professionalisierung der Polizei durch politische Bildung“ bestreiten Dr. Haydée Mareike Haas und Felix Lange des DHPol-Projekts „DISKURS: Demokratie – Räume – Bilden“ vom Fachgebiet „Polizeigeschichte und Politische Bildung“ (Öffnet in einem neuen Tab) zusammen mit Andreas Sagehorn, Präsident der Polizeidirektion Oldenburg, und Ayşe Güleç von der Bundeszentrale für politische Bildung. Wie kann politische Bildung zur Professionalisierung polizeilichen Handelns nach dem NSU-Komplex beitragen und welche Rolle spielt die Perspektive von Betroffenen hierbei? Eine plurale Gesellschaft mit geschlechtlicher, ethnischer, sexueller und religiöser Vielfalt stellt die Polizei vor komplexe Anforderungen und Aufgaben.
Hintergrundinformationen zum Deutschen Präventionstag
Der Deutsche Präventionstag (DPT) ist der weltweit größte Jahreskongress für Kriminalprävention und angrenzende Präventionsbereiche. Er wurde 1995 begründet und findet in diesem Jahr zum 31. Mal statt. Der DPT verfolgt einen ressortübergreifenden und interdisziplinären Ansatz, um Kriminalprävention in einem breiten gesellschaftlichen Rahmen darzustellen. Das Spektrum bildet inzwischen auch weitere Präventionsthemen etwa im Bereich Sucht, Verkehr oder Gesundheitswesen ab. Erwartet werden ca. 3.000 Teilnehmende aus Fachorganisationen, Gesundheitswesen, Justiz, Kinder und Jugendhilfe, Kirche, Kommunen, Medien, Politik, Polizei, Präventionsgremien, Schulen, Sport, Stiftungen, Verbänden, Wirtschaft und Wissenschaft.