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Perspektiven im Ukrainekrieg – interdisziplinäre Tagung an der DHPol

Der andauernde russische Angriffskrieg gegen die Ukraine gilt vielen bereits jetzt als "Zeitenwende". Wichtige Fragen zum Krieg, den weiteren Entwicklungen und zur Zukunft der globalen und europäischen Sicherheit bleiben dabei nach wie vor offen: Welche Ursachen und Herausforderungen hat der Krieg in der Ukraine? Welche Möglichkeiten gibt es, um den Krieg zu beenden? Wie kann eine stabile und wehrhafte internationale Friedensordnung aussehen? 

Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt der dreitägigen Tagung "Krieg in der Ukraine. Perspektiven" an der deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) Ende August.  

Interdisziplinarität: wesentlich für ein umfassendes Verständnis und effektive Lösungsansätze

Die erschreckende Drastik des Krieges in der Ukraine hat nicht nur die internationale Staatengemeinschaft, sondern auch die unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen enger zusammenrücken lassen. "Ein umfassendes Verständnis dessen, was gegenwärtig in der Ukraine geschieht, kann nur gelingen, wenn verschiedene wissenschaftliche und praktische Perspektiven zusammengeführt werden und sich ergänzen" so DHPol-Fachgebietsleiter Prof. Dr. Dr. Markus Thiel. Vizepräsident Uwe Marquardt ergänzt: "Gerade die innovativen Vorschläge über den ,Tellerrand‘ der Gegenwartsanalyse hinaus setzen ein solch umfassendes Verständnis voraus – und stellen die Notwendigkeit eines interdisziplinären Ansatzes unter Beweis". Bei Reformen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen müssten Völkerrechtler außenpolitische Realitäten im Augen behalten; kriminalpolitische Berater dürften kriminologische und rechtsmedizinische Erkenntnisse nicht außer Acht lassen. 

Umso wichtiger der fach- und institutionenübergreifende Austausch wie auf der Tagung in Münster. Rund 40 Angehörige des höheren Polizeidienstes, der Staatsanwaltschaft, Richter:innen, Wissenschaftler:innen, Militärangehörige sowie Ministeriumsangehörige trafen sich auf DHPol-Initiative bereits zum zweiten Mal, um diverse Ansätze zu diskutieren. Geplant ist eine Institutionalisierung der Tagung unter wechselndem Schwerpunkt als jährlich wiederkehrendes Format. 

Gerade völkerstrafrechtliche Verfolgung ist von enormer Bedeutung

"Gerade die völkerstrafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen ist von enormer Bedeutung, um sicherzustellen, dass diese schweren Verbrechen nicht ungesühnt bleiben", erklärt Privatdozent Dr. Lars Berster von der DHPol. "Die Vernetzung der beteiligten Akteur:innen ist dabei ein entscheidender Baustein. Wissenschaftliche Tagungen wie ,Krieg in der Ukraine. Perspektiven‘ können dazu einen wichtigen und effektiven Beitrag leisten."

Organisiert wurde die Arbeitstagung von den DHPol-Fachgebieten "Öffentliches Recht mit Schwerpunkt Polizeirecht (Öffnet in einem neuen Tab)", "Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminalpolitik (Öffnet in einem neuen Tab)" sowie "Internationale Polizeiliche Beziehungen (Öffnet in einem neuen Tab)".

Ein Großteil der Vorträge wird Eingang in einen Tagungsband finden, der Anfang 2024 erscheinen soll. Damit sollen die Inhalte der Tagung der breiten (Fach-)Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

 

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