Die Französischen Revolutions- und Napoleonischen Kriege markieren einen Wandel in der Kriegsführung, der sich grob als Volkskrieg charakterisieren lässt und der in anderen Teilen Europas als Reaktion auf die neuen Herausforderungen der französischen Eroberungskriege übernommen wurde. In diesem Forschungsprojekt soll untersucht werden, inwieweit die "bewaffnete Nation" und ihre kraftvolle Ideologie Auswirkungen auf das Verständnis von legitimer und illegitimer Gewalt und auf die Praktiken der Kriegsführung hatten, insbesondere im Hinblick auf eine Aufhebung der grundlegenden Unterscheidung zwischen Soldaten und Zivilisten. Ein Vergleich zwischen der französischen und österreichischen Armee und ihrer jeweiligen spezifischen Gewaltkultur verspricht wertvolle Erkenntnisse, da diese beiden Großmächte die prominentesten politisch-militärischen Antagonisten auf dem europäischen Kontinent waren, die während des gesamten Untersuchungszeitraums in eine Reihe von Kriegen verwickelt waren. Darüber hinaus galt die französische Armee im Zeitalter der politischen Revolutionen, der Militärreformen und des aufkommenden Nationalismus und Liberalismus als besonders fortschrittlich, während die Armee des Vielvölkerstaates Österreich das Ancien Régime repräsentierte.
Das Projekt wird im Rahmen der DFG-Forschungsgruppe "Militärische Gewaltkulturen — Illegitime militärische Gewalt von der Frühen Neuzeit bis zum Zweiten Weltkrieg" (Öffnet in einem neuen Tab) (DFG Forschungsgruppe FOR 2898) bearbeitet.
Projektlaufzeit
2022-2025
Projektleitung
Bearbeitung
Tagung zum Projekt: Illegitimate Violence during the French Revolutionary and Napoleonic Wars (1792-1815)
(Paris Lodron Universität Salzburg, 22.-24. Februar 2022)
Organisatorinnen: Tanja Bührer, Isabelle Deflers, Gundula Gahlen