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FAiLGuard

Vermögensdelikte in Betreuungsverhältnissen

Das Projekt

Eine rechtliche Betreuung ist derzeit bei ca. 1,3 Mio. Personen in Deutschland angeordnet – nicht zuletzt aufgrund des demografischen Wandels ist die Tendenz steigend. Beispiele für delinquentes Verhalten seitens der haupt- oder ehrenamtlich tätigen Betreuer zu Lasten des Vermögens der Betreuten sind zahlreich. „Vermögensdelikte in Betreuungsverhältnissen“ (das Projektakronym FAiLGuard steht für die im Englischen gebräuchliche Formulierung Financial Abuse in Legal Guardianship) ist ein vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) gefördertes Forschungsprojekt, welches sich unter anderem zur Aufgabe gemacht hat, Erscheinungsformen und Risikokonstellationen einschlägiger Delikte, aber auch die Tätigkeit und Effektivität der im Gesetz vorgesehenen Kontrollmechanismen aus empirisch-kriminologischer Sicht zu beleuchten. Die Studie wird gemeinsam von der Deutschen Hochschule der Polizei (Fachgebiet Kriminologie und interdisziplinäre Kriminalprävention) und der Leibniz Universität Hannover (Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie) durchgeführt und  nimmt eine Analyse eines bislang in Deutschland nicht mit systematisch erhobenen Daten erfassten Feldes in Angriff. Neben dem Aufdecken von Tatgelegenheitsstrukturen und Kontrollmechanismen wird der Blick auch auf das Entscheidungsverhalten rechtlicher Betreuer gelenkt. Als theoretische Basis dienen vor allem die Perspektiven des Routine Activity Approach und der Situational Action Theory of Crime Causation.

Für die Studie wurde eine multimethodale Herangehensweise gewählt: Zum einen werden Betreuungsakten, sowie Akten aus einschlägigen Strafverfahren analysiert, zum anderen werden Interviews mit relevanten Akteuren (Betreuer, Betroffene und/ oder deren Angehörige, Rechtspfleger, Betreuungsrichter) geführt. Zentrale Fragen sind:

  • Wie ist die Phänomenologie von Vermögensdelikten beschaffen, die in rechtlichen Betreuungsverhältnissen begangen werden?
  • Welche Risikofaktoren machen in diesem Feld ein strafrechtlich relevantes Handeln wahrscheinlicher?
  • Welche Kontrollmechanismen gibt es derzeit im Rahmen der rechtlichen Betreuung zur Verhinderung von Vermögensdelikten? Wie werden diese Mechanismen in der Praxis genutzt? Wie effizient sind sie?

Das Projekt zielt auf eine praxisgerechte Unterstützung für eine nachhaltige Gewährleistung des Vermögensschutzes in Betreuungsverhältnissen ab; es sollen empirisch begründete Ansätze zum Erkennen von Risikokonstellationen sowie zur Prävention und Kontrolle von Vermögensdelikten in rechtlichen Betreuungsverhältnissen erarbeitet werden.

Projektteam an der Deutschen Hochschule der Polizei

Projektpartner

Projektdaten

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