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SNaP

Polizeiliche und gerichtliche Schutzanordnungen bei Gewalt in engen sozialen Beziehungen - die Situation von Frauen mit besonderen Bedarfen

Das Projekt

Das Daphne III-Projekt SNaP (Special Needs and Protection Orders) fokussiert auf den Schutz von besonders gefährdeten Gruppen von Opfern häuslicher Gewalt. Dazu gehören, unter anderem, ältere Frauen, Frauen mit Behinderungen oder mit psychischen Gesundheitsproblemen. In zwei vorhergegangenen Projekten wurde deutlich, dass insbesondere der Schutz von älteren Frauen oft eine besondere Herausforderung für Polizei, Staatsanwaltschaft und/oder Gericht darstellt (IPVoW, Mind the Gap!). Viele der Maßnahmen zielen in den meisten Ländern darauf, eine Sicherheits- und Schutzzone für Gewaltbetroffene einzurichten. Diese können temporär oder dauerhaft sein und dienen dazu, Distanz zwischen dem Gefährder und dem Opfer herzustellen, so dass der Täter, wenn überhaupt, nur eingeschränkt mit dem Opfer in Kontakt kommen kann. Derartige Schutzmaßnahmen setzen voraus, dass die zu schützende Person alleine leben und eigenständig Entscheidungen treffen kann.

Das Projekt untersucht solche Schutzmaßnahmen in den Partnerländern, um festzustellen, wie geeignet und effektiv sie für verschiedene Gruppen von Opfern mit besonderen Bedürf-nissen sind, die von Unterstützung abhängig sind. Des Weiteren wird erforscht, wie Alternati-ven gestaltet sein könnten bzw. wie in solchen Fällen das bestehende Instrumentarium an die Opferbedürfnisse angepasst werden kann.

Zentrale Ziele

Forschungen bestätigten, dass die aktuelle Praxis der Schutzanordnungen problematisch ist, weil die von den Opfern benötigte Unterstützung nicht oder nicht adäquat berücksichtigt wird. Wir wollen daher

  • zentrale Probleme im Rahmen der Implementierung der gesetzlichen Regelungen im Allgemeinen benennen
  • Opfergruppen, denen die gesetzlichen Bestimmungen nicht oder nur zum Teil nützen, identifizieren
  • bestehende Grenzen und Möglichkeiten der gesetzlichen Regelungen und ihrer Implementierung mit Blick auf besonders gefährdete Frauen ermitteln
  • Empfehlungen für eine entsprechende Anpassung der bereits bestehenden Maßnahmen und für alternative Lösungen erarbeiten.

Hauptaktivitäten und erwartete Ergebnisse

Zunächst werden auf der jeweiligen nationalen Ebene die rechtlichen Bestimmungen zum Schutz vor Partnergewalt und vorliegende Statistiken und Daten analysiert. In einem zweiten Schritt werden Aktenanalysen sowie Interviews mit Praktiker/inne/n aus den verschiedensten Bereichen (Polizei, Staatsanwaltschaft, Gerichte, NGOs) durchgeführt. Drittens werden unter Einbeziehung von Expert/inn/en ein Strategiepapier erstellt und die Forschungsergebnisse sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene kommuniziert (internationale Konferenz, Website).

Die Verbreitung der Forschungsergebnisse und die Diskussion der daraus resultierenden Empfehlungen sollen zu einem Agenda-Setting in diesem Bereich führen. Eingebunden werden die zuständigen Stakeholder im Bereich von Politik und Verwaltung, Fachleute sowie WissenschaftlerInnen aus den Partnerländern und innerhalb der EU.

Förderung: Generaldirektion Justiz der Europäischen Kommission im Rahmen des Daphne III-Programms

Kontaktdetails für Deutschland:

Zoom e.V.

Sandra Kotlenga
0551 5084513
s.kotlengaprospektive-entwicklungende

Barbara Nägele
0551 5084511
b.naegeleprospektive-entwicklungende

www.prospektive-entwicklungen.de

Projektteam an der Deutschen Hochschule der Polizei

Projektpartner

Projektlaufzeit

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