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Aktionsprogramm "Sicher leben im Alter" (SiliA)

Von November 2008 bis Februar 2012 fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das von der DHPol koordinierte Aktionsprogramm "Sicher leben im Alter" (SiliA). Im Rahmen des Programms werden Erkenntnisse aus der Studie "Kriminalität und Gewalt im Leben alter Menschen" in seniorenpolitisches Handeln umgesetzt. Dieser ebenfalls durch das BMFSFJ geförderten Studie zufolge ist die Sicherheitslage für die Mehrheit der über 60-Jährigen relativ gut. Zugleich bestehen für hochaltrige Menschen Bereiche spezifischer Gefährdung. Handlungsbedarf ergibt sich aus mit Hochaltrigkeit und Pflegebedürftigkeit verknüpften Verletzbarkeiten und Abhängigkeiten, günstigen Verdeckungs- und geringen Entdeckungsmöglichkeiten in bestimmten Deliktsfeldern sowie der vielfach unzureichenden Ausrichtung von Hilfeangeboten auf ältere Opfer. Vier zentrale Bereiche werden im Rahmen des Programms in den Blick genommen:

Modul 1

- Prävention von Eigentums- und Vermögensdelikten mit selektiver Ausrichtung auf ältere und hochaltrige Opfer: In diesem Modul werden Schulungsmaterialien für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Banken entwickelt und erprobt. Ferner wird eine an ältere Menschen gerichtete Informationsbroschüre erarbeitet. Ein nationaler Arbeitskreis wird diese Aktivitäten begleiten und Empfehlungen zur Optimierung der präventiven Arbeit im Hinblick auf Eigentums- und Vermögensdelikte im Alter erarbeiten.

Modul 2

Gewaltprävention durch Optimierung der Todesursachenfeststellung sowie durch Verbesserung der Früherkennungschancen in Bezug auf Tötungsdelikte an Hochaltrigen: Ein nationales Expertinnen- und Expertengremium wird Konzepte zur Optimierung der Todesursachenfeststellung sowie Strategien zur Reduktion von Tötungsdelikten insbesondere an pflegebedürftigen Hochaltrigen entwickeln.

Modul 3

Maßnahmen zur Prävention von Gewalt in Partnerschaften älterer Menschen sowie zur Intervention bei einschlägigen Fällen: Das Modul nimmt Maßnahmen zur Vernetzung und Sensibilisierung einschlägiger Institutionen im Hinblick auf Partnergewalt im Alter in Angriff und verfolgt das Ziel, durch eine gezielte Abstimmung von Beratungs- und Hilfeangeboten auf die Bedarfe älterer misshandelter Frauen die Inanspruchnahme solcher Angebote zu verbessern.

Modul 4

Präventions- und Interventionsmaßnahmen im Hinblick auf das Problem der Misshandlung und Vernachlässigung älterer Menschen in der häuslichen Pflege: Im Rahmen dieses Moduls werden Handlungsansätze zur Stärkung der präventiven und intervenierenden Potenziale ambulanter Pflegedienste bei Fällen von Misshandlung und Vernachlässigung in der häuslichen Pflege durch Schulungen und Organisationsentwicklung erprobt. Das Programm wird von einem Beirat begleitet. Die Steuerung des Projekts wird von der DHPol in Kooperation mit Zoom – Gesellschaft für prospektive Entwicklungen e.V. (Göttingen) wahrgenommen