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"Aggressives Handeln unter Bewohnerinnen und Bewohnern stationärer Altenhilfeeinrichtungen als Herausforderung für die pflegerische Aus- und Fortbildung" (Rail)

Kurzbeschreibung

"Gewalt in der Pflege" wird seit zwei bis drei Jahrzehnten in Deutschland und international zunehmend thematisiert. Der Fokus liegt dabei vor allem auf Gewalt durch Pflegende – seien es Familienangehörige, Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter ambulanter Dienste oder Pflegekräfte in voll- und teilstationären Einrichtungen. Daneben wird auch Gewalt und Aggression von Pflegebedürftigen gegenüber Pflegenden in der Forschung wie in berufsfeldbezogenen Diskursen zum Thema gemacht. Erst in den letzten Jahren wird auch Aggression unter Bewohnerinnen und Bewohnern von Einrichtungen der stationären Altenhilfe als Problemfeld wahrgenommen.

Das Projekt "Aggressives Handeln unter Bewohnerinnen und Bewohnern stationärer Altenhilfeeinrichtungen als Herausforderung für die pflegerische Aus- und Fortbildung" wendet sich der bislang nur unzureichend untersuchten Problematik von Gewalt und Aggression unter Bewohnerinnen und Bewohnern stationärer Altenpflegeeinrichtungen zu. Einschlägige Gewaltphänomene sind weit verbreitet, beeinträchtigen Gesundheit und Lebensqualität der Betroffenen und bringen Herausforderungen für die stationäre Altenhilfe und die in diesem Feld tätigen Personen mit sich. Wesentliche Ziele des Projektes sind die Analyse von Phänomenen der Gewalt und Aggression unter Bewohnerinnen und Bewohnern stationärer Altenpflegeeinrichtungen sowie die Untersuchung der Bedeutung von RRA ("resident-to-resident Aggression")-Phänomenen in der pflegerischen Arbeit; darauf aufbauend werden Konzepte und Materialien für die pflegerische Aus- und Fortbildung zu dieser Thematik entwickelt.

Die beschränkte empirische Zugänglichkeit von RRA-Phänomenen legt die Verknüpfung mehrerer methodischer Zugänge und die Nutzung verschiedener Datenquellen nahe. Wesentliche methodische Ansätze zur Analyse der Phänomene sind:

  • schriftliche Befragungen von Pflegekräften (zu erlebten / beobachteten Problemen mit aggressivem und gewaltförmigem Verhalten von und unter Bewohnerinnen und Bewohnern; zum eigenen und institutionellen Umgang mit der Problematik);
  • qualitative Interviews in Pflegeeinrichtungen; in die Interviewstudie einbezogen werden (befragbare) Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterschiedlicher Hierarchieebenen und Funktionsbereiche;
  • Interviews mit Expertinnen und Experten aus einschlägigen Arbeitsfeldern und Institutionen (u.a. Heimaufsicht, Medizinischer Dienst, Pflegewissenschaft, pflegerische Aus- und Fortbildung, Pflegedidaktik, Gewaltprävention);
  • Entwicklung von Konzepten und Materialien für die pflegerische Aus- und Fortbildung, basierend auf den Ergebnissen der vorangegangenen Projektphasen (empirische Erhebungen in Pflegeeinrichtungen) und auf einer Sichtung von Curricula und Materialien / Medien für die Aus- und Fortbildung im Bereich der stationären Altenhilfe; die praktische Erprobung der Fortbildungskonzepte und -materialien wird in Form von "Pilotseminaren" in den Projektverlauf integriert.
  • Das Projekt wird in einer Forschungskooperation zwischen der Deutschen Hochschule der Polizei und dem in Berlin ansässigen Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) durchgeführt und von einem Beirat begleitet. Gefördert wird die Studie durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Partner

Deutsche Hochschule der Polizei,
Fachgebiet Kriminologie und interdisziplinäre Kriminalprävention

Zentrum für Qualität in der Pflege, Berlin

 

Forschungsteam an der Deutschen Hochschule der Polizei

Prof. Dr. Thomas Görgen
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Anja Gerlach, Pflegewissenschaftlerin (MScN)
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Sabine Nowak M.A.
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Dipl.-Soz. Anabel Taefi
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Anna Reinelt-Ferber
Anja Cornehl

Laufzeit

1. November 2016 bis 31. Oktober 2019

Förderung

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

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