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JuKrim2020

Mögliche Entwicklungen der Jugend(gewalt)kriminalität in Deutschland. Szenarien, Trends, Prognosen 2010-2020

(Projektzeitraum: 01.08.2009 bis 31.10.2010)

Hintergrund

Jugendliche und Heranwachsende treten in Deutschland als die Altersgruppen mit der höchsten Kriminalitätsbelastung in Erscheinung und stehen deshalb im Fokus präventiver und repressiver Maßnahmen. Um die Erkenntnislage zu denjenigen Faktoren, die gegenwärtig und in naher Zukunft Aufkommen und Erscheinungsformen von Jugendkriminalität und damit auch die Möglichkeiten der Kontrolle beeinflussen, zu verbessern, hat die Deutsche Hochschule der Polizei in Kooperation mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen e.V. eine Studie zur möglichen Entwicklung der Jugendkriminalität im Zeitraum bis 2020 durchgeführt. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Gewaltkriminalität von Jugendlichen. Dem Projekt lag ein entsprechender Beschluss der Ständigen Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder zu Grunde, der auf der 188. Sitzung am 04./05. Juni 2009 in Bremerhaven getroffen wurde.

Ziel der Studie

Ziel der Studie war es, angesichts des demographischen Wandels und weiterer sozialer und technologischer Veränderungen auf Basis von Experteneinschätzungen Prognosen zur Entwicklung der Jugendkriminalität bis zum Jahr 2020 sowie Handlungsoptionen und -empfehlungen für die Prävention und Kontrolle von Jugendkriminalität und Jugendgewalt zu erarbeiten.

Methodische Herangehensweise

Das methodische Vorgehen war darauf ausgerichtet, Daten aus Bevölkerungs- und Kriminalstatistiken mit Expertenwissen und Expertenschätzungen zu verknüpfen und das Phänomen Jugendkriminalität mehrperspektivisch in den Blick zu nehmen. Zur Beantwortung der zentralen Fragestellungen der Studie – wie wird sich Jugendkriminalität in den kommenden Jahren entwickeln und verändern und welche Maßnahmen sind geeignet, um die zu erwartenden Entwicklungen positiv zu beeinflussen – wurde eine Verknüpfung qualitativ-heuristischer Methoden (Delphi-Befragungen, Szenario-Verfahren, qualitative Experteninterviews) mit quantitativen Ansätzen (Extrapolationen von Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik) gewählt. Mittels einer dreistufigen schriftlichen Delphi-Befragung und zweier aufeinander aufbauender Szenario-Workshops wurden zu erwartende Entwicklungen analysiert und Perspektiven insbesondere der polizeilichen Ausrichtung diskutiert. Im Hinblick darauf, dass Jugendkriminalität in vielfacher Hinsicht ein in starkem Maße auch durch lokale Gegebenheiten determiniertes Phänomen ist, wurden diese Ansätze durch qualitative Experteninterviews in einer großstädtischen und einer ländlichen Region ergänzt. Neben der strukturierten Erfassung und Analyse von Expertenschätzungen wurden unter Berücksichtigung demografischer Prognosen sowie in der jüngsten Vergangenheit zu beobachtender kriminalstatistischer Trends Extrapolationen von PKS-Daten für den Zeitraum bis 2020 vorgenommen.

Ergebnisse/Abschlussbericht

Der Abschlussbericht des Projektes zur Herbstsitzung 2010 der Innenministerkonferenz kann hier abgerufen werden.

Eine aktualisierte Fassung des Abschlussberichtes ist im Verlag für Polizeiwissenschaften als Buch erschienen:

  • Görgen, T., van den Brink, H., Taefi, A. & Kraus, B. (2011). Jugendkriminalität im Wandel? Perspektiven zur Entwicklung bis 2020, Frankfurt am Main: Verlag für Polizeiwissenschaft.

Weitere Projektbezogene Publikationen

  • Görgen, T., van den Brink, H., Taefi, A., Kraus, B. (2009). "Jugendkriminalität 2020": Chancen und Grenzen kriminologischer Prognoseforschung. MEPA-Zeitung (3), 15-20.
  • Taefi, A., Kraus, B., van den Brink, H., Görgen, T. (2010). Jugendkriminalität – gestern, heute, morgen?! Polizei Heute (2/2010), 53-56.
  • Görgen, T., van den Brink, H., Taefi, A.& Kraus, B. (2011). Was kommt, was geht, was bleibt, was tun? Ergebnisse einer Zukunftsstudie zur Jugendkriminalität, in: forum kriminalprävention, 2, S. 44-48.

Vorträge

  • Kraus, Benjamin. JuKrim2020. Mögliche Entwicklungen der Jugend(gewalt)kriminalität in Deutschland. Szenarien, Trends, Prognosen 2010-2020. Vortrag auf der 22. Dienstbesprechung "Jugendschutz" des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen. Hilden: 15.12.2010
  • Kraus, Benjamin. Jugend(gewalt)kriminalität in Deutschland – Szenarien und Trends für die kommende Dekade. Vortrag im Seminar "Jugendschutz und Prävention von Jugendkriminalität" des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei Nordrhein-Westfalen, Neuss: 06.07.2011
  • Görgen, Thomas & Taefi, Anabel. Jugend(gewalt)kriminalität in Deutschland – Szenarien und Trends für die kommende Dekade. Vortrag im Rahmen des Management-Kollegs der Deutschen Hochschule der Polizei. Münster: 04.05.2011
  • Görgen, Thomas, Kraus, Benjamin & Taefi, Anabel. Jugendkriminalität im Wandel? Mögliche Entwicklungen der Jugend(gewalt)kriminalität in Deutschland. Vortrag auf der 12. Wissenschaftlichen Fachtagung der Kriminologischen Gesellschaft. Heidelberg: 30.09.2011.
  • Kraus, Benjamin. Jugendkriminalität im Wandel? Mögliche Entwicklungen der Jugend(gewalt)kriminalität in Deutschland. Vortrag beim Internationalen Seminar „Kriminalstrategie“ der Deutschen Hochschule der Polizei. Brühl: 15.11.2011

Projektleitung

Prof. Dr. Thomas Görgen

Projektmitarbeiter

Dipl.-Soz.-Wiss. Henning van den Brink
Dipl.-Soz. Anabel Taefi
Dipl.-Soz. Benjamin Kraus


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