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Die Polizeigeschichte vom Absolutismus zur Schaffung der deutschen Nationalmonarchie

Bürgerliche Öffentlichkeit und die Anfänge der deutschen Polizei(en) im Kaiserreich

Entstehung der Polizeischulen

Traditionelles Instrument zur Herstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ist die Polizei, die sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts aufgrund gesteigerten Personalbedarfs nicht mehr ausschließlich aus altgedienten Militärs rekrutiert. Die bisher als ausreichend angesehenen militärischen Vorkenntnisse der Polizeianwärter erweisen sich als immer weniger hinreichend für die Heranführung des Polizeinachwuchses an die Praxis. In Zusammenarbeit mit der staatlichen Aufsichtsbehörde kommt es zur Einrichtung von Polizeischulen. Den Aufbau nehmen zuerst die Städte in den industriellen Wachstumsgebieten des Westens in die Hand.
Die Schulen sind Vollzeiteinrichtungen mit hauptamtlichem Leitungs- und Lehrpersonal und meist kasernierter Unterbringung der Polizeianwärter. Die Kurse dauern anfangs nur zwei bzw. drei Monate und werden mit einer Zeugnisabgabe abgeschlossen.
Polizeischule Düsseldorf 1908
Polizeischule Düsseldorf 1908 Großbildansicht

Verwissenschaftlichung der Polizeiarbeit

Neben die Verstädterung (Urbanisierung) der Polizeipraxis tritt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein zweiter Jahrhunderttrend: Die einsetzende Verwissenschaftlichung der Polizeiarbeit. Eine Reihe von naturwissenschaftlichen und medizinischen Disziplinen kommen zum Einsatz, besonders die Physiologie.

Schon in den ersten Polizeischulen bezieht sich die Kriminalausbildung auf verschiedene Sparten des Erkennungsdienstes:
•    die Taktik der Ermittlung von Kapitalverbrechen
•    Signalementslehre
•    Anthropometrie (Körpermessung)
•    Daktyloskopie (Fingerabdruckkunde)
•    Photographie
•    Gaunerpraktiken, Gaunersprache
•    Zigeunerwesen

Beispiel aus der Signalementslehre, Kopfformen.
Beispiel aus der Signalementslehre, Kopfformen. Großbildansicht

Der Stereotyp einer Polizeikarriere - vor der Polizeischulreform

“In Hinterpommern geboren, Dorfschule besucht, Rüben gezogen, Soldat geworden, kapituliert, zum Unteroffizier avanciert, Schreiben und knapp Rechnen gelernt, Rekruten dressiert, Sergeant geworden, Rekruten dressiert, Vize-Feldwebel, immer noch Rekruten dressiert, Zivilversorgungsschein und schließlich Polizeibeamter.”

(Vorwärts vom 14. Juni 1892)


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Zeitleiste Kaiserreich

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Bürgerliche Öffentlichkeit und die Anfänge der deutschen Polizei(en) im Kaiserreich