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Aktuelle Pressemeldungen

13.07.2017

Wir machen das Tor auf… Erstes Nachbarschaftsfest an der Deutschen Hochschule der Polizei

Foto: Sylvia Höpper, DHPol Großbildansicht

Trotz des ausgiebigen westfälischen Landregens folgten am 12. Juli 2017 50 Nachbarn der Einladung der DHPol zum ersten Nachbarschaftsfest. Begrüßt wurden die Gäste vom Präsidenten, Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange, der gemeinsam mit den Gästen einen Blick in die Geschichte und die aktuelle Arbeit der Hochschule warf. Dabei konnte er den Nachbarn auch die geplanten Sanierungsvorhaben auf dem Campus vorstellen. Beim Gang über den weitläufigen Campus der DHPol hatten die Gäste ausgiebig Gelegenheit, die verschiedenen Gebäude von innen zu erkunden: Hörsäle, Bibliothek, Aula, Appartements und Fitnessraum, alles wurde in Augenschein genommen. Selbst langjährige Nachbarn waren überrascht, was sich alles an Infrastruktur für die Studierenden der Hochschule hinter dem Tor verbirgt. „Dass das Gelände so groß ist, das hätte ich niemals gedacht“, so eine Nachbarin. Auch für die kleinen Gäste gab es spannende Stationen auf dem Weg über den Campus. Dort, wo sonst Referenten aus ganz Deutschland und manchmal auch Minister Platz nehmen, um zu referieren und zu diskutieren, saßen nun die Kinder aus der Nachbarschaft, denen es sichtlich Freude bereitet hat, die Hochschule zu erkunden. Dass nicht nur Studierende und Fortbildungsteilnehmer der Polizeien aus allen Bundesländern und vom Bund an der DHPol wohnen, sondern auch ihre Kinder mitbringen können, das hat vor allem die Nachbarfamilien erstaunt. Als sie die Familienappartements besichtigten und erfuhren, dass die Hochschule an der Fuggerstraße in Hiltrup mit der Firma Wheels Logistics eine Großtagespflege für den Nachwuchs anbietet, war die Überraschung komplett. Prof. Lange machte deutlich, dass die Vereinbarkeit von Studium und Familie für die DHPol von großer Bedeutung ist, da die Studierenden aus der ganzen Bundesrepublik kommen und daher ihre kleinen Kinder für die Dauer des Studiums vielfach mit an die Hochschule bringen möchten. Fragen, die bei den Rundgängen offen geblieben, wurden zum Abschluss beim gemeinsamen Grillen, zu dem der Präsident eingeladen hatte, besprochen. Dabei machte Prof. Lange deutlich, wie sehr ihm an guter Nachbarschaft gelegen ist. Bei Fragen und Problemen stehe das Präsidialbüro den Nachbarn immer zur Verfügung. Mit vielen neuen Informationen versehen, kehrten die Nachbarn nach Hause zurück. Nun wissen Sie, was sich hinter dem Tor der Deutschen Hochschule der Polizei verbirgt und was an dieser besonderen Universität gelehrt und geforscht wird.

11.07.2017

Landesrektorenkonferenz NRW hat die Deutsche Hochschule der Polizei in Münster als Vollmitglied aufgenommen

Die Landesrektorenkonferenz der Universitäten in Nordrhein-Westfalen hat die Deutsche Hochschule der Polizei aus Münster in seiner Sitzung am 10.07.2017 in Essen als Vollmitglied aufgenommen. LRK-Vorsitzender Prof. Dr.-Ing. Gerhard Sagerer begrüßte die Entscheidung. Im Zuge der sich weiter differenzierenden Hochschullandschaft in NRW können unterschiedliche Perspektiven, wie sie von der verwaltungs- und polizeiwissenschaftliche Spezialuniversität aus Münster eingebracht werden können, die Diskussion in der LRK bereichern. Der Präsident der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol), Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange, war sehr erfreut über die Aufnahme der mit ihren gut 10 Jahren noch jungen DHPol in die Landesrektorenkonferenz NRW: "Nach der Aufnahme der DHPol in das Hochschulgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen im Dezember 2016 ist die Aufnahme in die LRK NRW ein weiterer Schritt, um sich als universitäre Hochschule der Landes zu etablieren ", sagte Lange. "Ich freue mich, dass die DHPol ihr Potenzial zukünftig in dieses Gremium einbringen kann und Impulse für ihre Entwicklung aus dem fachlichen Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen der anderen Universitäten gewonnen werden können.“
30.06.2017

KORSIT – Erstes DFG-Forschungsprojekt an der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol)

Dr. Daniela Hunold, DHPol
Hinter der Abkürzung KORSIT verbirgt sich eine komplexe Studie mit dem Titel „Die Konstruktion von Räumen im Kontext von Sicherheit: Raumwissen bei der Polizei (KORSIT)“. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Dr. Daniela Hunold, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet für Kriminologie und interdisziplinäre Kriminalprävention der DHPol, ein Forschungsprojekt für die Dauer von 32 Monaten bewilligt. Ab Herbst 2017 kann die Kriminologin daher zusammen mit zwei wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern der Frage nachgehen, wie sicherheitsrelevantes Wissen über städtische Räume im Rahmen der Polizeiarbeit generiert wird. Dabei ist es für die Kriminologin auch von großem Interesse, zu analysieren, wie dieses Wissen die alltägliche Handlungspraxis von Polizeibeamtinnen und -beamten prägt. Um Antworten zu bekommen, wird Daniela Hunold mit ihrem Team in zwei Polizeibehörden in Bremen und Nordrhein-Westfalen teilnehmende Beobachtungen und Interviews durchführen. Ergänzend werden die polizeilichen Notrufdaten ausgewertet. In Zeiten, in denen z.B. Datenbanken eine immer größere Rolle bei der Identifikation kriminogener Räume - umgangssprachlich „unsichere Räume“ - spielen, u.a. möchte das Projektteam die Wirkungen dieser technologiebasierten Wissenspraktiken, die auf raumorientierte kriminologische Ansätze und Theorien ausgerichtet sind, in der Polizei erforschen. Die im Projekt erzielten Erkenntnisse werden intensiv mit Vertreterinnen und Vertretern der Polizeipraxis diskutiert, um Reflexionsprozesse zu den Mechanismen der Wissensproduktion und dem Wissensmanagement mit Bezug zur raumorientierten Polizeiarbeit anzuregen. Dr. Daniela Hunold wünscht sich, dass die Ergebnisse des Projektes schließlich zu einem interdisziplinären Diskurs über Chancen und Gefahren einer raumorientierten Bearbeitung von Kriminalitätsphänomenen beitragen.
14.03.2017

Fachtagung "Zukunftsforum Polizei 2030 – Perspektiven des Polizeiberufs"

Tagungsleitung und Organisationsteam der Akademie der Polizei Hamburg und der DHPol (Foto: Sylvia Höpper/DHPol) Großbildansicht

Wie sieht der Polizeiberuf in der Zukunft aus? Welche Herausforderungen ergeben sich zukünftig für die Nachwuchsgewinnung, aber auch für die polizeiliche Aus- und Fortbildung? Über diese und andere Fragen tauschten sich am 13. und 14. März 2017 rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung "Polizei 2030" an der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) in Münster aus. Gemeinsam mit der Akademie der Polizei in Hamburg hatte die DHPol ein breit gefächertes Programm erarbeitet und Führungskräfte aus Polizeihochschulen und -akademien, aus Polizeibehörden und aus Ministerien nach Münster eingeladen.

Der Präsident der Deutschen Hochschule der Polizei, Prof. Hans-Jürgen Lange und der Leiter der Akademie der Polizei Hamburg, Thomas Model, stellten in ihrem einführenden Vortrag die große Bedeutung und Aktualität des Themas heraus. Ausdrücklich betonte Prof. Lange, dass das Zukunftsthema "keine akademische Spielerei der DHPol ist und auch kein Lesen im Kaffeesatz", sondern die Reflektion und Analyse der zu erwartenden Herausforderungen an den Polizeiberuf in den nächsten 10-15 Jahren. Aus der Perspektive der Bundesländer betonte der Hamburger Akademieleiter, Thomas Model, dass es wichtig sei, die unterschiedlichen Sichtweisen einzubringen – die Perspektive der Bundesländer, des Bundes, der DHPol als universitäre Hochschule sowie der unterschiedlichen Polizeidienstzweige, Bildungseinrichtungen und Ministerien.

Demographischer Wandel, Einwanderung, Digitalisierung fast aller Lebendbereiche, Cybercrime und Terrorgefahr sind nur einige Stichworte, die illustrieren womit die Polizei zukünftig verstärkt konfrontiert ist. Die Anforderungen an die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte nehmen kontinuierlich zu und verlangen nach neuen, innovativen Ansätzen und Lösungen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Praktiker aus der Polizei gaben in ihren Vorträgen wichtige Impulse für die folgenden Diskussionen mit dem Auditorium. Der Soziologe Prof. Rolf Heinze von der Ruhr-Universität Bochum diagnostizierte den verstärkten sozialen Wandel in Deutschland und Europa, so zum Beispiel die ökonomischen Umwälzungen oder den aufkommenden Populismus in vielen westlichen Ländern. Die Psychologin Prof. Verena Nitsch von der Universität der Bundeswehr in München beleuchtete unter dem Titel "Arbeit 4.0" Chancen und Herausforderungen der digitalen Arbeitswelt. Diese Entwicklung macht natürlich auch vor der Polizei nicht Halt, wie Bodycams, Drohnen, autonome Fahrzeuge und das Konzept des Predictive Policing zeigen. Der BKA-Vizepräsident, Michael Kretschmer, umriss die Lage hinsichtlich gesellschaftlicher Megatrends und herausragender Kriminalitätsphänomene wie dem internationalen Terrorismus – ebenso dem Phänomen die zunehmende Cyberkriminalität. Deren Bekämpfung widmete sich als Informatiker Prof. Winfried Honekamp von der Akademie der Polizei in Hamburg, der dazu den Einsatz hochqualifizierten Personals, auch in den Polizeien, forderte.

In vier parallelen Themenforen wurden vielfältige Fragestellungen vorgestellt und diskutiert. So ging die Wirtschaftspsychologin Prof. Petia Genkova von der Hochschule Osnabrück der Frage nach, ob und wie Vielfalt und Diversity einen Gewinn für die Organisation Polizei darstellen. Mit einem innovativen Ansatz reagiert die Stadtverwaltung Essen auf die Zukunftsherausforderungen. Da es zunehmend schwerer wird, die freien Stellen mit Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Bachelor of Law der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung (FHöV) zu besetzen. Die Stadt bietet daher Studienabbrechern aus den Sozialwissenschaften und Lehramtsabsolventen mit erstem Staatsexamen an, sich nach einem anspruchsvollen Auswahlverfahren in 18 Monaten zum Verwaltungsfachwirt zu qualifizieren. Christian Kromberg, Beigeordneter der Stadt Essen, konnte nur Positives berichten. Dieses Angebot wird sehr gut angenommen und ist ein Beweis, dass es sich lohnt, neue Weg zu gehen, neue Lösungen zu finden und sich vom Althergebrachten zu lösen. Das war ein willkommener Anknüpfungspunkt für Akademieleiter Thomas Model, der die Frage stellte, wie sich die Organisation Polizei verändern müssen, wenn sie für Zukunftsaufgaben verstärkt auch Spezialisten aus anderen Disziplinen integrieren möchte.

Die Ergebnisse der Diskussion in den Themenforen und die Impulse der Tagung sollen nun Eingang in die Arbeit der Polizeien der Länder und des Bundes finden. Dazu wird der Diskussionsprozess an der DHPol fortgesetzt. Angesichts der vielfältigen zukünftigen Herausforderungen und der Komplexität des Polizeiberufs geht Lange davon aus, dass die DHPol in den kommenden Jahren regelmäßig Treffpunkt von Wissenschaft und Praxis ist, um die Zukunft von Polizei und Sicherheitsarchitektur zu diskutieren. "Wir sehen die Deutsche Hochschule der Polizei als ein Forum, in dem wir Polizei neu denken und diskutieren können" so Prof. Lange.

01.03.2017

Transparency International an der DHPol zu Gast

Foto: DHPol Großbildansicht
Am 01.03.2017 besuchte die Transparency International (TI) Regionalgruppe Rheinland-Westfalen die Deutsche Hochschule der Polizei (DHPol). Neben Mitgliedern der Gruppe nahmen der Regionalgruppenleiter Dr. Jan-Tibor Lelley und Regionalgruppensprecherin Beate Hildebrandt an dem Besuch teil. Der Vizepräsident der DHPol, Matthias Zeiser, stellte, gemeinsam mit den Mitgliedern des Forschungsteams, Matthias Garbert und Kristin Weber, die Ergebnisse des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundprojektes „Risikomanagement der Korruption“ (RiKo) vor. Drei Jahre forschten neben der DHPol verschiedene Verbundpartner deutscher Universitäten bundesweit zum Thema Prävention und Bekämpfung von Wirtschaftskorruption. Die DHPol übernahm dabei die Bearbeitung des Themas aus Sicht der Ermittlungsbehörden. Die Forschungsergebnisse sind noch unveröffentlicht, so dass den Teilnehmerinnen und Teilnehmer exklusiv und erstmalig die Forschungsergebnisse vorgestellt wurden. In der anschließenden Diskussion zeigte sich Dr. Lelley sehr beeindruckt vom Anspruch und der Qualität der Forschungsaktivitäten der DHPol. Zudem dankte er für die Möglichkeit eines TI-Regionalgruppentreffens an der DHPol. Frau Hildebrandt sprach sich dafür aus, einen Bericht über das Treffen an der DHPol und die Ergebnisse des Forschungsprojektes im nächsten Scheinwerfer-Magazin von TI zu veröffentlichen
28.02.2017

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze zu Besuch an der Deutschen Hochschule der Polizei

Ministerin Svenja Schulze bei ihrem Besuch an der DHPol (Foto: Sylvia Höpper) Großbildansicht

Am 28.02.2017 besuchte die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin, Svenja Schulze, die Deutsche Hochschule der Polizei (DHPol) in Münster. Die Ministerin wollte sich persönlich einen Eindruck von der universitären Spezialhochschule im Süden Münsters machen und deren aktuellen Schwerpunkte in Lehre, Fortbildung und Forschung kennenlernen. „Die DHPol deckt eine große fachliche Breite in der anwendungsbezogenen Forschung ab. Durch die konkreten Beispiele aus der Kriminologie, der Kommunikationswissenschaft und der Verkehrspsychologie ist heute zudem besonders deutlichgeworden, dass an der DHPol auch wichtige Grundlagenforschung zu sicherheitsbezogenen Themen geleistet wird‟, so die Ministerin. In der Diskussion mit den Lehrenden machte Svenja Schulze deutlich, dass die Vernetzung mit den Universitäten in Nordrhein-Westfalen, bundesweit und europaweit gerade für eine kleine Hochschule mit diesem breiten Aufgabenspektrum von besonderer Bedeutung sei. Mit der Aufnahme der DHPol in das nordrhein-westfälische Hochschulgesetz im Dezember 2016 sei ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Integration der DHPol in das Hochschulsystem des Landes erreicht worden, so der Präsident der Deutschen Hochschule der Polizei, Prof. Hans-Jürgen Lange. Es sei aber auch zugleich der Startschuss für einen umfassenden Strategieprozess, um die Ziele und Maßnahmen für die weitere Entwicklung der DHPol zu erarbeiten. Die Ministerin sicherte zu, dass das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium diesen Prozess weiterhin aktiv durch die Mitgliedschaft im Kuratorium der DHPol begleiten werde.

10.02.2017

Vom Hörsaal in die Wirklichkeit

Foto: Sylvia Höpper (DHPol) Großbildansicht

194 Polizistinnen und Polizisten üben den Ernstfall an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ)

Wie die vermehrten Naturkatastrophen, die Terroranschläge in Europa und die Flüchtlingskrise zeigen, müssen sich die Gefahrenabwehrbehörden mit unterschiedlichen und neuartigen Szenarien auseinandersetzen.

Nur im Zusammenwirken aller Beteiligten wird es gelingen, derartige Lagen auch in Zukunft erfolgreich zu bewältigen. Übungswochen wie diese zu „Größere Gefahren- und Schadenslagen/Katastrophen“ finden regelmäßig an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe statt. Sie bieten unter anderem Studierenden im Masterstudiengang „Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement“ der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) Münster die Möglichkeit theoretisches und praktisches Wissen zu verknüpfen.

Ziel aller Seminare an der AKNZ ist es, die verschiedenen Beteiligten des Bevölkerungsschutzes vorzustellen, ihnen die Möglichkeit der Verzahnung zu geben und die Netzwerkbildung zu fördern.
An vielen Seminaren der AKNZ nehmen daher Polizeibeamtinnen und -beamte teil. Im Rahmen der Stabsrahmenübung an der AKNZ üben sie unter einsatznahen Bedingungen eine Großschadenslage zu bewältigen sowie eine Pressekonferenz unter realitätsnahen Umständen durchzuführen. Außerdem können die konkrete Arbeit in einem Polizeistab sowie die Maßnahmen und Wege zur Entscheidungsfindung, insbesondere in Stresssituationen, erprobt werden.

Bereits seit 2004 wird der Führungsnachwuchs des höheren Polizeivollzugsdienstes in der Bundesrepublik Deutschland in besonderem Maße mit dem Themenfeld der Einsatzbewältigung in der Zusammenarbeit mit dem Bevölkerungsschutz vertraut gemacht.

Der Leiter des Fachgebietes „Polizeiliches Krisenmanagement“ an der DHPol in Münster, Torsten Juds, erklärt: „Wie wertvoll die Stabsrahmenübungen für angehende Polizeibeamtinnen und –beamte sind, haben gerade die Ereignisse des letzten Jahres wieder in Erinnerung gebracht. Einsatzlagen wie Amok, Terror oder auch Naturkatastrophen und Unglücksfälle können nur koordiniert bewältigt werden, wenn auch Kenntnisse der Stabsarbeit vorhanden sind. Aus diesem Grund sind die zwei Übungswochen an der AKNZ ein wichtiger Baustein in der Ausbildung des höheren Dienstes der Polizei.“

Auch betont Juds die gute Zusammenarbeit zwischen AKNZ und DHPol, da es in diesem Umfeld besonders gut möglich sei, die Schnittstellen zwischen nicht-polizeilicher Gefahrenabwehr und polizeilicher Gefahrenabwehr zu üben. Hierbei habe sich die Zusammenarbeit zwischen der AKNZ und der DHPol in den letzten Jahren sehr bewährt.

In diesem Jahr nehmen 194 Studierende des Masterstudienganges und des Studienkurses der DHPol an der Übung in Bad Neuenahr-Ahrweiler teil. Die Übung findet in zwei Teilen von je einer Woche statt. Damit die jeweils drei übenden Stäbe in ihrem Stabsumfeld gefordert werden, wird zusätzlich für jede Übung je eine Übungsleitung mit 15 Fachleuten eingesetzt.

Für die AKNZ bedeutet diese Veranstaltung einen erheblichen logistischen Aufwand. So werden mehrere Stabsräume eingerichtet und über zwei Kilometer zusätzliche Kabel verlegt, um 150 PCs und 150 Telefone in den Übungsräumen zu betreiben.

02.02.2017

Verwaltungs- und Polizeiwissenschaften – Die interdisziplinäre Antwort auf die Herausforderungen der öffentlichen Sicherheit.

Prof. Bäuerle, Prof. Grunow, Polizeipräsident Witthaut, Prof. Lange (v.li.n.re., Foto: Sylvia Höpper) Großbildansicht

Vom 30.01. bis zum 01.02.2017 trafen sich auf Einladung des Präsidenten der DHPol, PROF. HANS-JÜRGEN LANGE, 80 Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen der öffentlichen Verwaltung, um sich dem Thema „Verwaltungswissenschaften – Zur Balance zwischen Praxis und Wissenschaft in der öffentlichen Sicherheitsverwaltung“ zu widmen. 17 Referentinnen und Referenten aus den Bereichen Polizei, Nachrichtendienste, Zoll- und Steuerfahndung, Strafrecht und Staatsanwaltschaften, Kommunale Ordnungsämter sowie Katastrophenschutz und Feuerwehr präsentierten Perspektiven, um eine Vernetzung der Sicherheitsforschung in einer akademischen Disziplin zu diskutieren.

So unterschiedlich die Ansätze der Referentinnen und Referenten zur öffentlichen Sicherheitsverwaltung und Sicherheitsforschung auch waren, eines war ihnen allen gemeinsam: Der Wunsch der interdisziplinären und transdisziplinären Zusammenarbeit, um den komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen gewachsen zu sein. Die DHPol, so ihr Präsident, PROF. HANS-JÜRGEN LANGE, hat ihr eigenes Forschungsprofil in den letzten zwei Jahren gründlich überarbeitet. Sie verbindet die Polizeiwissenschaft, die bislang auf Themen der Polizeiforschung konzentriert war, zukünftig mit der Forschung zur öffentlichen Sicherheitsverwaltung. „Dies entspricht der tatsächlichen Sicherheitsentwicklung, die durch zunehmende Vernetzung sicherheitspolitischer Herausforderungen geprägt ist“, begründet der Präsident den neuen Ansatz der Hochschule. Die Verwaltungswissenschaften seien dabei ein geeignetes Dach, diese unterschiedlichen Bereiche theoretisch und methodisch zusammenzubringen.

Daher war das Credo in der Abschlussdiskussion, Polizeiwissenschaft und Sicherheitsforschung mit Anschluss an die Verwaltungswissenschaften zu betreiben und dabei aber die Praxis der verschiedenen Zweige der Sicherheitsverwaltung mit ihren Fragestellungen systematisch zu integrieren.

Diese Idee gewinnt besonders an Bedeutung, da das Thema Sicherheit eines der großen gesellschaftlichen Themen ist, dem sich bislang systematisch kaum ein akademisches Fach gewidmet hat. PROF. DIETER GRUNOW, Politik- und Verwaltungswissenschaftler der Universität Duisburg-Essen, sieht in der anwendungsorientierten Grundlagenforschung einen Ansatz, um sich dem komplexen Phänomen öffentlicher Sicherheit aus Forschungsperspektive zu nähern, ohne den Bezug zur Praxis zu verlieren. Dass Sicherheitsforschung zunehmend wichtiger wird, machte auch BERNHARD WITTHAUT, Polizeipräsident in Osnabrück, deutlich. Er verwies in seinem Statement auf die Wandlung, die der Sicherheitsbegriff in jüngster Zeit erfahren hat. Die DHPol ist der zentrale Ort in der Bundesrepublik, so WITTHAUT, diese Entwicklungen gemeinsam mit Polizei, weiteren Sicherheitsbehörden und der Wissenschaft zu diskutieren, sowohl national als auch international.

PROF. HANS-JÜRGEN LANGE sah sich gemeinsam mit PROF. MICHAEL BÄUERLE von der Hochschule für Polizei und Verwaltung Hessen bestärkt, dass gemeinsame Anstrengungen aller Akteure auf dem Feld der Inneren Sicherheit und der Sicherheitsforschung nötig sind, um den Dialog zu verstetigen. Genau dieser Aufgabe stellt sich die DHPol in der Zukunft, so LANGE, der bereits auf Folgeveranstaltungen verwies, die darauf abzielen, die weißen Flecken auf der Forschungslandkarte durch inter- und transdisziplinäre verwaltungswissenschaftliche Forschung auszufüllen. Damit bekommt die Polizeiwissenschaft, deren Entwicklung zu den Aufgaben der DHPol zählt, eine neue Richtung und eine neue etablierte Bezugsdisziplin, so PROF. LANGE in seinem Abschlussstatement.

13.01.2017

Aufnahme der DHPol in das nordrhein-westfälische Hochschulgesetz

Foto: DHPol Großbildansicht

Die Entwicklung der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) geht weiter voran, ein neuer Impuls ist gesetzt:

Die DHPol wurde am 15. Dezember 2016 mit den Stimmen aller Fraktionen des Landtages ins nordrhein-westfälische Hochschulgesetz aufgenommen. Die Grundlage der DHPol bildet unverändert das Gesetz über die DHPol, das als Teil eines Staatsvertrages von allen Bundesländern und vom Bund im Jahr 2006 ratifiziert wurde. Da das Hochschulwesen den Ländern obliegt, war der staatliche Status der DHPol als Hochschule in Trägerschaft aller Bundesländer und des Bundes immer wieder erklärungsbedürftig. Trotz ihrer vergleichsweise geringen Größe ist die DHPol eine universitäre Hochschule, die über das Promotionsrecht verfügt und an der Universitätsprofessorinnen und -professoren lehren und forschen.

Seit 2014 setzte sich Präsident Prof. Hans-Jürgen Lange daher gemeinsam mit den Trägern dafür ein, im Zuge der Weiterentwicklung der DHPol die Statusfrage endlich zu klären. Unterstützung fand er im Wissenschaftsministerium NRW. Die Wissenschaftsministerin des Landes NRW, Svenja Schulze, zeigte sich beim Festakt zum 10jährigen Bestehen im März 2016 von der Dynamik der jüngsten Hochschulentwicklung beeindruckt. „Die DHPol als Spezialhochschule", so die Wissenschaftsministerin, Svenja Schulze, „ist Ausdruck des sich ausdifferenzieren-den Wissenschaftssystems. Sie ist zum einen in Lehre und Fortbildung die zentrale Bildungseinrichtung für die Führungskräfte der Polizeien der Ländern und des Bundes, zum anderen entwickelt sie sich zu einem Kristallisationspunkt der Sicherheits- und Polizeiforschung. Mich überzeugte vor allem, dass die Hochschule konkrete Fragen der polizeilichen Praxis mit innovativer Theoriebildung verbindet" so Ministerin Schulze. „Die DHPol stärkt NRW als profilierten und innovativen Wissenschafts- und Bildungsstandort". Dass die DHPol auch gut zur Wissenschaftsstadt Münster passt, versteht sich dann fast schon von selbst.

Der von allen Fraktionen des Landtags gemeinsam erarbeitete Gesetzesentwurf zur Aufnahme der DHPol in das Hochschulgesetz ist in der Einstimmigkeit ein Novum in der laufenden Legislaturperiode. In der Landtagssitzung am 15. Dezember 2016 wurde dann auch mit den Stimmen aller Fraktionen die Gesetzesänderung beschlossen. Noch Ende Dezember 2016 ist sie in Kraft getreten. „Mich freut es sehr", so der Präsident der DHPol, Professor Hans-Jürgen Lange, „dass über alle Parteigrenzen hinweg das Entwicklungskonzept der Hochschule eine so breite Unterstützung gefunden hat. Es ermutigt uns, das ehrgeizige Vorhaben weiter voranzutreiben." Aktuell arbeitet die Hochschule daran, das Hochschulprofil interdisziplinär zu erweitern. Ebenso wie die Polizei in der Praxis eng mit anderen Bereichen der öffentlichen Sicherheitsverwaltung verzahnt ist, soll in der Forschung das Konzept einer eng gefassten Polizeiwissenschaft hin zu einer breit angelegten verwaltungswissenschaftlichen Sicherheitsforschung weiterentwickelt werden. Lange kündigte an, dass die Hochschule 2017 eine neue Veranstaltungsreihe startet, um diese Entwicklung zu unterstützen: Zwei Tagungen Ende Januar und Mitte März, thematisieren Zukunftsfragen der Disziplin und des Berufsfelds. Die aktuelle Sicherheitsentwicklung zeige, so Lange, dass Führungsaufgaben in der Polizei nur zu bewältigen sind, wenn praktische Erfahrung beständig wissenschaftlich reflektiert und weiterentwickelt werden, ebenso wie wissenschaftliche Theoriebildung darauf angewiesen ist, die Praxis konzeptionell einzubinden. Daher ist es dem Präsidenten auch wichtig, die Forschungsergebnisse systematisch in das Masterstudium und die Fortbildungsangebote für den höheren Dienst der Polizei einzubeziehen.

Verglichen mit den großen inhaltlichen „Baustellen" ist die reale Baustelle auf dem Campus in Hiltrup fast schon Routine. Die seit 2011 laufenden Sanierungsmaßnahmen werden in den nächsten zwei Jahren zum Abschluss gebracht. Dann ist die Hochschule auch baulich für die zukünftigen Herausforderungen gerüstet.


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