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Aktuelle Pressemeldungen

20. und 21. April 2016

Forschungsperspektiven der Zuwanderung

Prof. Lange im Kreis der Referenten sowie der Moderatorinnen und Moderatoren
Referenten und Moderatoren der Tagung "Forschungsperspektiven der Zuwanderung" (Foto: Sylvia Höpper, DHPol) Großbildansicht
An der Deutschen Hochschule der Polizei fand unter dem Titel „Forschungsperspektiven der Zuwanderung“ am 20. und 21. April 2016 eine Konferenz statt, die vor allem dem Austausch und der Identifikation von Forschungsfragen diente. Die inhaltliche Einführung in die Tagung nahmen Dr. Wolf Junker, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und Ralph Tiesler, Bundesministerium des Innern (BMI) vor. Während Dr. Wolf Junker einen Überblick über die Maßnahmen des BMBF im Bereich Migration und Integration gab, schilderte Ralph Tiesler (BMI), der mit der Koordinierung der Flüchtlings- und Asylbewerberaufnahme beauftragt ist, die aktuelle Situation der Migrations- und Flüchtlingsbewegung. An die Einführungsvorträge anschließend, entschieden sich die 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer für einen der sechs Themenworkshops. Dort diskutierten sie mit den Moderatorinnen und Moderatoren vertiefend über Fragestellungen, die sich aus der aktuellen Zuwanderung ergeben und aus denen sich Forschungsansätze ableiten lassen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie die zahlreichen Verantwortlichen aus Behörden und Verbänden, die sich in ihrer Arbeit mit Fragen und Herausforderungen der Zuwanderung befassen, nahmen sich die Zeit, das aktuelle Phänomen der Zuwanderung differenziert zu betrachten. Dabei standen die Themenfelder Auswirkung von Flucht und Migration auf die Gesellschaft ebenso auf der Agenda wie sicherheitsrechtliche und kommunale sicherheitspolitische Fragestellungen. Ferner lag der Fokus auch auf Fragen der Sicherheitskultur und ihrem Anteil an einer gelingenden Integration. Auch wenn angesichts der umfassenden und zahlreichen gesellschaftlichen Herausforderungen nach schnellen Lösungen gesucht wird, waren sich die Expertinnen und Experten einig, dass es Zeit ist, langfristige Forschungsvorhaben zu konzipieren und in einem Verbund von Wissenschaft und Praxis zu realisieren. Die Deutsche Hochschule der Polizei wird sich des Themas weiterhin annehmen und ihren Teil zur Vernetzung der Akteure zu leisten versuchen.
14.03.2016

Matthias Zeiser neuer Vizepräsident der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol)

Urkundenübergabe an Matthias Zeiser
Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange, Leitender Kriminaldirektor Matthias Zeiser, Ministerialdirigent Wolfgang Düren (v. li. n. re., Foto: Ralf Hövelmann, MIK): Großbildansicht
"Das Team an der Spitze der DHPol ist wieder komplett", freut sich Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange, Präsident der Hochschule. Am Montag, dem 14.03.2016, wurde Matthias Zeiser im Ministerium für Inneres und Kommunales Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf von Ministerialdirigent Wolfgang Düren zum Vizepräsidenten der DHPol bestellt. Der 48jährige Leitende Kriminaldirektor kommt nicht neu an die DHPol, sondern ist seit 2009 Leiter des Fachgebiets "Kriminalistik – Phänomenbezogene Kriminalstrategie". 2012 wurde er zudem in das Amt des Sprechers der Lehrenden gewählt. Nun beginnt für Matthias Zeiser ein neuer Abschnitt an der DHPol. Lehre und Forschung kehrt er den Rücken, um sich den internationalen Kooperationen und Netzwerken zuzuwenden, die für die Hochschule eine wachsende Bedeutung haben. Doch auch das internationale Parkett ist kein wirkliches Neuland für den neuen Vizepräsidenten. Neben einer Ausbildung an der FBI Academy in den USA Anfang der 2000er Jahre gehörte die regelmäßige Durchführung von internationalen Seminaren im Rahmen des Netzwerks der Europäischen Polizei Colleges (CEPOL) zu den Schwerpunkten seiner Arbeit als Fachgebietsleiter. Dabei war ihm die Kontinuität in der internationalen Zusammenarbeit besonders wichtig. So fährt er seit 2011 jährlich nach Tallin, um an der Estnischen Sicherheitsakademie in einem EU-geförderten Masterprogramm Vorlesungen zu halten. Auch in der Forschung ist seine Ausrichtung international, was sich im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts "Risikomanagement der Korruption aus der Perspektive von Unternehmen, Kommunen und Polizei" an einem Systemvergleich der USA und der Bundesrepublik Deutschland zeigt. In seinem neuen Amt wird Matthias Zeiser seine Erfahrungen in der internationalen Zusammenarbeit sehr gut gebrauchen können. "Seine Aufgabe wird es zunächst sehr wesentlich sein, die Internationalisierungsstrategie der DHPol, die für die institutionelle Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat 2018 vorliegen muss, zu erarbeiten und mit Leben zu füllen", wie der Präsident der DHPol, Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange erläutert. Bevor Matthias Zeiser 2009 an die Deutsche Hochschule der Polizei kam, durchlief er zahlreiche berufliche Stationen. Begonnen hat sein Berufsweg in der Polizei beim Bundeskriminalamt. Nach dem Studium an der Fachhochschule des Bundes, Abteilung Kriminalpolizei, wechselte Zeiser zur Polizei des Landes Baden-Württemberg. Nach dem Studium für den Aufstieg in den höheren Kriminaldienst, das ihn erstmals nach Münster führte, hatte er verschiedene Führungsfunktionen im Land Baden-Württemberg inne, so dass er auf einen großen kriminalpolizeilichen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann. Die neue Aufgabe in der Leitung der Deutschen Hochschule der Polizei bietet ihm die Möglichkeit, seine nationale und internationale Berufserfahrung umfassend einzubringen und neue Impulse für die internationale Kooperation der DHPol zu setzen.
01.03.2016

Sally Perel – bewegende Autorenlesung in der Stadthalle Hiltrup

v.l.: Lars Wagner (DHPol), Sally Perel (Foto: Sylvia Höpper, DHPol) Großbildansicht

Weit über 300 Gäste hatten sich angemeldet, um Sally Perel am 01. März 2016 persönlich in der Stadthalle Hiltrup zu erleben. Sally Perel ist einer der wenigen noch lebenden Zeitzeugen des Holocaust, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, auf der Grundlage seines Buchs „Ich war Hitlerjunge Salomon“ an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte zu erinnern. Regelmäßig hält sich der in Israel lebende Autor zu Lesereisen in Deutschland auf. Bewundernswert ist seine Haltung gegenüber dem Land, in dem ihm und seiner Familie unendliches Leid widerfahren ist. Eine seiner Aussagen macht diese Haltung besonders deutlich: „Wer Menschen Hass entgegenbringt, begeht ein Verbrechen“.

In der vollbesetzten Hiltruper Stadthalle war es vollkommen still, als Sally Perel, mittlerweile fast 91 Jahre alt, aus seinem Leben berichtete. Es ist kaum vorstellbar, wie es ihm gelang, seine schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten. Der Weg war nicht einfach, wie er auf Nachfrage aus dem Publikum deutlich machte: „Es mussten enorme Kräfte mobilisiert werden, und zunächst ist es mir nur gelungen, alles zu verdrängen. Die Last wird mich ein Leben lang begleiten. Meine Geschichte habe ich erst nach 40 Jahren aufs Papier gebracht, als Selbsttherapie“. Sally Perel trug so eindringlich vor, dass die Zuhörerinnen und Zuhörer allen Alters ihm gebannt lauschten. Das Publikum aus jungen Menschen der beiden Hiltruper Gymnasien, aus Studierenden der Deutschen Hochschule der Polizei, aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hochschule sowie des Innenministeriums und des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW war sich der Tatsache bewusst, dass es eine der wenigen Gelegenheiten war, einen Zeitzeugen des Holocaust persönlich zu hören und damit authentische Informationen aus dieser Zeit zu bekommen.

Sally Perel wird nicht müde, sich mit seinen Lesungen immer wieder der Erinnerung zu stellen, um dem Leugnen des Holocaust zu begegnen und für den Frieden zu kämpfen.

Eine Veranstaltung, die den Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben wird.

15.02.2016

150 Polizistinnen und Polizisten aus ganz Deutschland üben den Ernstfall an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ)

BBK-Präsident Christoph Unger: Nur im Zusammenwirken gelingt Bewältigung von Großschadenslagen

„Wie die Naturkatastrophen der vergangenen Jahre, die Terroranschläge in Europa und nicht zuletzt die Flüchtlingskrise gezeigt haben, müssen sich die Verantwortlichen mit unterschiedlichen und neuartigen Szenarien auseinandersetzen. Nur im Zusammenwirken aller Beteiligten wird es gelingen, derartige Lagen auch in Zukunft erfolgreich zu bewältigen." Mit diesen Worten begrüßte der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) Christoph Unger die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars „Größere Gefahren- und Schadenslagen/Katastrophen" im Masterstudiengang „Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement" der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) an der AKNZ in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Unger betonte weiter, Ziel aller Seminare an der AKNZ sei es, die verschiedenen „Player" des Bevölkerungsschutzes vorzustellen und ihnen so die Möglichkeit der Verzahnung zu geben sowie die Netzwerkbildung zu fördern. Polizeibeamtinnen und -beamte gehören daher in vielen Seminaren der AKNZ zur Zielgruppe.

Ziel dieser Stabsrahmenübung an der AKNZ ist es, unter einsatznahen Bedingungen die Bewältigung einer Großschadenslage zu üben sowie eine Pressekonferenz unter realitätsnahen Umständen durchzuführen. Damit sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefordert, die konkrete Arbeit in einem Polizeistab sowie die Maßnahmen und Wege zur Entscheidungsfindung, insbesondere in Stresssituationen zu üben.

„Gerade auch die Anschläge vom 11. September 2001 und das Elbehochwasser 2002 sowie andere herausragende Ereignisse im Jahr 2002, wie der Amoklauf in Erfurt oder Flugzeugabsturz bei Überlingen haben deutlich gemacht, dass polizeiliche und nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr wesentlich enger zusammenarbeiten mussten. Vor diesem Hintergrund zeigt aber beispielsweise die Flut an Elbe und Donau im Jahr 2013, die vom Deutschen Wetterdienst als ‚Jahrhundertphänomen‘ bezeichnet wurde, dass sich eine ganze Menge in diesem Bereich weiterentwickelt hat", so Unger.

Deswegen sei man stolz drauf, dass der gesamte Führungsnachwuchs des höheren Polizeivollzugsdienstes in der Bundesrepublik Deutschland in besonderem Maße mit dem Themenfeld der Einsatzbewältigung in der Zusammenarbeit mit dem Bevölkerungsschutz vertraut gemacht wurde und wird. „Dies sind seit 2004 mehr als 1.300 Polizeibeamtinnen und –beamte, was sicher eine solide Grundlage für einen guten Austausch ist", so Unger.

Der Leiter des Fachgebietes „Polizeiliches Krisenmanagement" an der DHPol, Torsten Juds, betonte ebenfalls die gute Zusammenarbeit. „Wir als Deutsche Hochschule der Polizei freuen uns, dass wir auch in diesem Jahr wieder von der Kooperation mit der AKNZ profitieren können. Die Übungswochen stellen für die Studierenden eine der wenigen Gelegenheiten dar, theoretisches und praktisches Wissen miteinander zu verknüpfen. Gerade in der heutigen Zeit ist es für die Führungskräfte der Polizei wichtig, sich auf Großschadensereignisse, Katastrophen und terroristische Anschläge vorzubereiten. Dazu finden wir in Bad Neuenahr-Ahrweiler hervorragende Bedingungen."

In diesem Jahr nehmen 150 Studierende an der Übung teil. Über 80 Dozentinnen und Dozenten leiten die Übungsreihe. Für die AKNZ bedeutet diese Veranstaltung einen erheblichen logistischen Aufwand. So werden insgesamt sechs Stabsräume eingerichtet und mehr als zwei Kilometer zusätzliche Kabel verlegt, um 140 PCs und 140 Telefone in den Übungsräumen zu betreiben.

24./25.11.2015

Erfahrungsaustausch zu den Herausforderungen der Flüchtlingssituation – die Deutsche Hochschule der Polizei (DHPol) als Plattform für ein aktuelles gesellschaftliches Thema

v.li.: Martina Link, Leiterin des Kriminalistischen Instituts im BKA und Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange, Präsident der DHPol (Foto: Sylvia Höpper) Großbildansicht

Die Deutsche Hochschule der Polizei in Münster als Hochschule mit universitärem Status war am 24. und 25.11.2015 Plattform eines umfassenden Erfahrungsaustausches zu den Herausforderungen der aktuellen Flüchtlingssituation. Der Dialog und die Diskussion polizeilicher Führungskräfte über das komplexe Phänomen entsprechen dem Profil der Hochschule, die sich als Forum versteht, um polizeilichen Führungskräften den Austausch über aktuelle Fragen aus polizeilicher und interdisziplinärer Perspektive zu ermöglichen. Angesichts der Komplexität des Themas fokussierten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Themen Sicherheit, Gesundheit und Forschung. Ziel der Veranstaltung war es, die neuen Erfordernisse eines kooperativen und vernetzten Vorgehens aller Akteure zu identifizieren und von erfolgreichen und erprobten Modellen zu lernen.

Angesichts der Dynamik und Aktualität des Themas lagen zwischen der Idee, eine solche Veranstaltung anzubieten und deren Durchführung  nur knapp sechs Wochen. Angesichts des hohen Bedarfs an Austausch gab es aus Sicht von Prof. Hans-Jürgen Lange, Präsident der DHPol, keine Alternative zu dieser Veranstaltung zum jetzigen Zeitpunkt, wenn die DHPol ihrer Rolle als Plattform für den Austausch zwischen Polizei und Wissenschaft gerecht werden will.

Gemeinsam mit Martina Link, Leiterin des Kriminalistischen Instituts im Bundeskriminalamt, konnte Prof. Lange 150 polizeiliche Führungskräfte aus ganz Deutschland in der Aula der Hochschule begrüßen, die in vier Foren zu den Themen Koordinierung und Vernetzung, Forschungsperspektiven, Unterbringung und Sicherheit engagiert diskutierten.

Gefragt waren keine Patentrezepte, sondern tragfähige und erprobte Beispiele. Den Herausforderungen, die durch die gestiegene Zahl von Asylsuchenden zu bewältigen sind, hat sich nicht nur die Polizei zu stellen, sie betreffen auch zahlreiche Bereiche der öffentlichen Verwaltung, die Hilfsorganisationen sowie ihre ehrenamtlichen Helfer. Vernetzung und Kooperation sind geboten und erfordern besondere Kompetenzen, um über den Tellerrand der eigenen Organisation hinauszublicken und sich mit einer Vielzahl von Akteuren zu vernetzen.

Am Ende der beiden Tage zog Prof. Lange eine positive Bilanz: „Die Anstrengung, eine solche Veranstaltung in so kurzer Zeit zu organisieren, hat sich gelohnt, da nicht nur Informationen ausgetauscht wurden, sondern auch Kontakte geknüpft werden konnten, um auch zukünftig auf schon erprobte Lösungen anderer zurückgreifen zu können“, so der Präsident. Für die DHPol als Hochschule mit universitärem Status haben sich darüber hinaus Impulse auf aktuelle Forschungsfragen ergeben, die die Hochschule nun in ihre weitere Planung mit aufnehmen kann.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig, dass mit dieser Veranstaltung erst der Einstieg in die Thematik erfolgt ist. Im kommenden Jahr wird das Thema – auch in Fortbildungsveranstaltungen der Hochschule – erneut aufgegriffen werden. Der Anfang dazu ist gemacht.

08.10.2014

Feierliche Verabschiedung des Vizepräsidenten der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol)

Musikalische Begleitung der Verabschiedung durch das hessische Polizeiorchester (Foto: Sylvia Höpper) Großbildansicht

Nach insgesamt 44 Jahren im Polizeidienst wird der Vizepräsident der Deutschen Hochschule der Polizei, Leitender Polizeidirektor Gerd Thielmann, am 08.10.2015 offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Innenministerien lassen es sich nicht nehmen, Gerd Thielmann persönlich zu verabschieden – allen voran der hessische Landespolizeipräsident Udo Münch. Als hessischer Polizeivollzugsbeamter kann Gerd Thielmann auf zahlreiche Stationen seiner beruflichen Laufbahn zurückblicken. Bemerkenswert ist dabei, dass er 13 Jahre außerhalb Hessens beruflich tätig war. Der Weg führte ihn dabei bis nach Bosnien-Herzegowina als Advisor und Deputy Head der European Police Mission. Besonders intensiv ist aber die Beziehung von Gerd Thielmann zur Deutschen Hochschule der Polizei und zu Münster. Nicht nur, dass Gerd Thielmann 1987 seine Ausbildung für den höheren Polizeivollzugsdienst natürlich in Münster an der damaligen Polizei-Führungsakademie absolviert hat, er kehrte 1993 als Dozent an die Akademie zurück, um dann 2007 zum ersten Fachgebietsleiter „Polizeiliche Führungslehre“ der in Gründung befindlichen Deutschen Hochschule der Polizei ernannt zu werden. Mit der Hochschule hat sich Gerd Thielmann sehr schnell angefreundet und als Sprecher der Lehrenden, dem Dekan vergleichbar, aktiv an der Entwicklung der damals noch jungen Hochschule mitgewirkt. Mit dem neuen Status der DHPol als Spezialhochschule mit universitärem Charakter war für Gerd Thielmann auch die Einbindung in die Forschung verbunden. In Zusammenarbeit mit Professoren der Universitäten Frankfurt am Main und Hagen führte er Forschungsprojekte durch, die in einer Publikation zur polizeilichen Führungslehre mündeten. Führung nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis stand im Mittelpunkt, als Gerd Thielmann 2012 zum Vizepräsidenten der DHPol berufen wurde. Besonders herausfordernd war dabei die kommissarische Leitung der Hoch-schule von 2013 – 2014. Der Präsident der DHPol, Prof. Hans-Jürgen Lange, würdigte das große Engagement von Gerd Thielmann, der sich in den letzten Jahren der Amtszeit vor allem für die internationale Positionierung der DHPol eingesetzt hat. Daran kann er nun im Ruhestand anknüpfen, denn Reisen ist die Leidenschaft von Gerd Thielmann und seiner Ehefrau.

21.09.-25.09.2015

26. Kongress der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW)

Der diesjährige Kongress der DVPW fand unter dem Titel „Vorsicht Sicherheit! Legitimationsprobleme der Ordnung von Freiheit“ vom 21 – 15.09.2015 an der Universität Duisburg-Essen statt. Im Rahmen des DVPW-Kongresses behandelte der interdisziplinäre Arbeitskreis Innere Sicherheit / Politikfeldanalyse Innere Sicherheit (AKIS) das Thema „Sicherheitsproduktion zwischen Staat, Markt und Zivilgesellschaft“ unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange (Deutsche Hochschule der Polizei, DHPol), Dr. Michaela Wendekamm (DHPol) und Prof. Dr. Bernhard Frevel (Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, FHöV NRW). In zwei Themenblöcken wurde Fragen der Sicherheitsarbeit und deren Legitimation nachgegangen. Die Referentin und die Referenten des ersten Themenblocks am 24.09.2015 legten den Schwerpunkt auf die operativen Akteure der Sicherheitsarbeit. Raphael Bossong (Europa Universität Viandrina, Frankfurt/ Oder) stellte in seinem Vortrag die Einbindung und Vernetzung der Sicherheitsakteure in den Mittelpunkt. Im Anschluss daran referierte Nathalie Hirschmann (Fachhochschule Polizei Brandenburg) über den Wettbewerb um Zuständigkeitsbereiche im System der Inneren Sicherheit. Dabei legte sie den Fokus insbesondere auf staatliche und privatwirtschaftliche Akteure. Zum Abschluss des Themenblocks nahm Dr. Christoph Busch (Ministerium für Inneres und Kommunales NRW) eine kritische Reflexion über die demokratietheoretische Legitimität des Hacking und Leaking von Daten rechtsextremistischer Organisationen vor. Im Themenblock am 25.09.2015 standen Fragen von Steuerung und Legitimation im Zentrum der Vorträge und der Diskussion. Neben der Besprechung von Widerstandlagen als Testfall für die Legitimität von polizeilichen Maßnahmen durch Prof. Dr. Stefanie Tränkle (Hochschule für Polizei Baden-Württemberg), beschäftigte sich Jens Lanfer (Universität Duisburg-Essen) in seinem Beitrag mit der Entwicklung eines neuen Aufgabenfeldes „Cybersicherheit“ im Politikfeld der Inneren Sicherheit. Das Thema Urbane Sicherheit wurde durch Peter Bescherer (Universität Tübingen) und Priv. Doz. Dr. Dietmar Wetzel (Universität Tübingen) aufgegriffen, die erste Ergebnisse ihres Forschungsprojekts zu Aspekten einer gerechten Verteilung von Sicherheit in der Stadt (VERSS) vorstellen konnten. Dr. Andreas Pudlat (Universität Hildesheim) setzte sich abschließend in seinem Vortrag kritisch mit der polizeilichen Selbstverortung und Legitimation am Beispiel der Öffentlichkeitsarbeit auseinander. Der Präsident der Deutschen Hochschule der Polizei, Univ.-Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange, wurde in seinem Amt als Sprecher des AKIS für weitere drei Jahre bestätigt. Der Politikwissenschaftler und Sicherheitsforscher hatte den Arbeitskreis in den 90er Jahren initiiert. Seitdem hat der AKIS 30 Tagungen durchgeführt und in der Schriftenreihe „Studien zur Inneren Sicherheit“ im Springer VS Verlag insgesamt 21 Themenbände zu Fragen zur Polizei- und Sicherheitsforschung veröffentlicht.

25.09.2015

Niemals geht man so ganz... Wissenschaft und Praxis – Führungskräfte der Polizei sind in beiden Welten erfolgreich

Anke Arkenau, Bernd Bürger (Foto: Sylvia Höpper)

Verabschiedung der Absolventen des Masterstudiengangs der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) am 25.09.2015 Die Stadthalle in Hiltrup war auch in diesem Jahr wieder der Ort, an dem die Absolventinnen und Absolventen der DHPol feierlich von ihrer Hochschule verabschiedet wurden. Grund genug für die Repräsentanten der Innenministerien und Innensenatoren, nach Münster zu kommen, um den Führungsnachwuchs zu beglückwünschen. In diesem Jahr schlossen 137 Masterabsolventen das Studium erfolgreich ab und übernehmen nun Führungsfunktionen in den Polizeien der Länder und des Bundes. „Niemals geht man so ganz...“, das machte Prof. Dr. Hans-Jürgen LANGE, Präsident der DHPol, in seiner Ansprache an die Absolventen deutlich. Die ehemaligen Studierenden bleiben willkommene Partner, wenn es um die Weiterentwicklung der Hochschule geht, aber auch um den Austausch zwischen Berufspraxis und Hochschule lebendig zu halten. Zwar ist das Studium erfolgreich beendet, die neuen Herausforderungen stehen aber schon vor der Tür und hierfür können sich die Absolventen immer wieder an ihrer DHPol in Fortbildungsseminaren qualifizieren lassen. Der rheinland-pfälzische Staatssekretär des Ministeriums des Innern, Randolf STICH, machte deutlich, dass die Absolventinnen und Absolventen angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen dringend in ihren Ländern und beim Bund gebraucht werden und dort auf die Kompetenzen vertraut werden kann, die im Studium erworben wurden. In diesem Jahr ist die Freude groß, dass eine Absolventin der niedersächsischen Polizei, Anke ARKENAU, mit 14 von 15 möglichen Punkten den besten Abschluss seit Bestehen der DHPol erzielt hat. Erst mit Mitte 20 war für Anke ARKENAU klar, dass sie bei der Polizei genau ihren Beruf gefunden hat. Nach dem Studium an der Fachhochschule und verschiedenen Stationen in der niedersächsischen Polizei nahm sie im Oktober 2013 das zweijährige Masterstudium auf, das sie nun so bravourös beendet hat. Nach ihrem Erfolgsrezept befragt: Es sind die 3 Is, die den Erfolg ausmachen. Interesse an neuen Themen, an neuen Perspektiven und Menschen. Investition an Arbeit, Zeit und Kraft. Der Erfolg ist ihr nicht in den Schoß gefallen, er ist erarbeitet, das aber mit großer Freude und Begeisterung für die Sache. Das dritte I steht für Innovation. Nicht das Althergebrachte, das schon immer Praktizierte, sondern das Suchen und Ausprobieren von innovativen Konzepten und Ideen, das hat sie zu ihrem Prinzip gemacht. So ist es ihr gelungen, in vielen Prüfungen und in der Masterarbeit Bestnoten zu bekommen. Dabei hat sie das Studium, jedes Modul und jede Prüfung als Projekt verstanden, dem sie ihre ganze Aufmerksamkeit gewidmet hat. Dass dieses Konzept aufgegangen ist, das wurde ihr heute vor über 500 Gästen bescheinigt. Nicht nur als beste Absolventin, sondern auch als Verfasserin einer der besten Masterarbeiten bekam sie aus der Hand des rheinland-pfälzischen Staatssekretärs Randolf STICH ein Präsent als Erinnerung an diese herausragende Leistung. Sie wird die im Studium erworbenen Kompetenzen als Leiterin des Zentralen Kriminaldienstes (ZKD) der Polizeiinspektion Aurich/ Wittmund nutzen. Auch wenn jetzt der Reiz der praktischen Polizeiarbeit überwiegt, will Anke ARKENAU nicht ausschließen, dass sie an die DHPol zurückkehrt, um zu promovieren. Diese Entscheidung hat Bernd BÜRGER schon hinter sich und nahm daher aus der Hand von Prof. Dr. Dieter KUGELMANN, dem Vorsitzenden des Promotionsausschusses, die Promotionsurkunde entgegen. Bernd BÜRGER ist zwar nicht der erste Absolvent der DHPol, der promoviert hat, er ist aber der erste, der das Vorhaben Promotion unmittelbar im Anschluss an das Masterstudium vor zwei Jahren in Angriff genommen hat. Doch trotz des akademischen Titels „Dr. rer. publ.“ ist Bernd BÜRGER nach eigenen Bekunden „Polizist aus Leidenschaft“. Seine akademische Qualifikation hilft ihm, zu erkennen, wann Probleme nicht kurzfristig zu lösen sind, sondern einer gründlichen Aufarbeitung bedürfen. Über das methodische Handwerkszeug verfügt er nun nachgewiesener Maßen. Natürlich kennt er die Bedenken der Skeptiker, die bezweifeln, dass ein promovierter Polizeibeamter seinen praktischen Aufgaben wirklich noch gewachsen ist. Akzeptanz für die Akademisierung des höheren Polizeivollzugsdienstes lässt sich aus Sicht von Bernd BÜRGER nur durch konkrete Erfahrungen erreichen. Als Führungskraft beim Unterstützungskommando einer Bayerischen Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit wird er zeigen, dass es möglich ist, wissenschaftliche Kompetenz mit Kompetenz im polizeilichen Berufsfeld zu verknüpfen. Wie ihm das gelingt, wird er in Fortbildungsveranstaltungen für Masterabsolventen vorstellen können, denn für diesen Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis steht die DHPol und wird zukünftig offensiv diesen Austausch vorantreiben, wie Prof. Dr. Hans-Jürgen LANGE in seiner Ansprache deutlich gemacht hat.

15.09.2015

Spende an den Kinderschutzbund und das Programm "SpürSinn"

Die Paten des "Blauen Elefanten" (Foto: Sylvia Höpper, DHPol) Großbildansicht

Es ist schon seit vielen Jahren gute Tradition, dass die Studierenden der Deutschen Hochschule der Polizei eine Spendenpatenschaft für den Kinderschutzbund Münster übernehmen. Im Masterstudiengang 2013/2015 hat der Nordverbund aus Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein die Patenschaft für den „Blauen Elefanten“ übernommen. Unterstützt wird mit der Spende das Präventionsprojekt „SpürSinn – Mein Gefühl stimmt“. Um eine möglichst hohe Summe an Spenden zu erzielen, wurden während des gesamten Studiums viele Aktionen gestartet. Unter anderem nahm ein Team von Studierenden am Münster-Marathon teil, um für jeden Kilometer Spendengelder zu erlaufen. Am 15. September 2015 konnte das Organisationsteam - stellvertretend für alle 137 Studierenden - die stolze Summe von 4.491,84 Euro an Dieter Kaiser, den Geschäftsführer beim Deutschen Kinderschutzbund, Ortsverband Münster, überreichen. Dieser dankte den Initiatoren und Spendern für die willkommene Unterstützung des wichtigen Projekts "SpürSinn".

07.09.2015

Das Philosophische Radio von WDR 5 zum Thema Führung – Ethik – Polizei

v.l.: Jürgen Wiebicke, Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange, Prof. Dr. Susanne Boshammer, Gerhard Schmitt, Dr. Michael Arnemann (Foto: Dr. Wolfgang Schulte, DHPol) Großbildansicht

Eine außergewöhnliche Veranstaltung fand am 03. September 2015 in der Aula der Deutschen Hochschule der Polizei statt. Der Westdeutsche Rundfunk zeichnete die Hörfunksendung „Das Philosophische Radio“ unter der Leitung von Moderator Jürgen Wiebicke mit gut 50 Gästen auf.

Jürgen Wiebicke diskutierte mit der Philosophin Susanne Boshammer von der Universität Osnabrück und den Gästen über das Thema Führung – Ethik und Polizei. Vor allem die angehenden Polizistinnen und Polizisten des Bachelorstudiengangs aus Schleswig-Holstein beteiligten sich lebhaft an der Diskussion dieses aktuellen und wichtigen Themas. Aber auch die Erfahrungen aus langjähriger polizeilicher Berufspraxis wurden einbezogen, so dass am Ende der 90minütigen Veranstaltung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Denkanstößen und neuen Impulsen nach Hause gehen konnten.

Die Initiative zu dieser interessanten Veranstaltung geht auf Dr. Michael Arnemann, Polizeiseelsorger des Bistums Münster und Lehrbeauftragter der DHPol, zurück. Er knüpfte den Kontakt zum WDR und lud Gäste aus der nordrhein-westfälischen Polizei ein, die sich den engagierten Fragen des Moderators stellten. Für alle, die nicht live bei der Aufnahme der Sendung an der DHPol dabei sein konnten, gibt es am Freitag, 2. Oktober um 20.05 Uhr, auf WDR 5 die Gelegenheit, die Diskussion in Ruhe im Radio zu verfolgen.

15.07.2015

CEPOL und die Deutsche Hochschule der Polizei treten dem Terrorismus entgegen

Verviers, Paris, Kopenhagen, die Anzahl der Terroranschläge in Europa, die durch ausländische Kämpfer und Unterstützer des IS in Syrien und dem Irak begangen werden, ist deutlich angestiegen. Aufgrund dieser dramatischen Entwicklung führten CEPOL und die Deutsche Hochschule der Polizei, unterstützt durch den ATLAS Verbund, das Seminar "Counter-Terrorism Special Techniques" durch. Es fand vom 15. – 17. Juli 2015 an der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) in Münster statt. Ziel war es, auf der einen Seite den Wissens- und Erfahrungsaustausch innerhalb der europäischen Polizeien zu fördern, und sich auf der anderen Seite für die Bekämpfung von Terrorattentaten sowohl in der Gegenwart als auch in der Zukunft zu wappnen.

30 Teilnehmer, einschließlich der Angehörigen von nationalen polizeilichen Sondereinheiten und Spezialisten der Bekämpfung von Terroranschlägen, aus 20 verschiedenen europäischen Mitgliedsstaaten beteiligten sich am Seminar, um technologische, strategische und taktische Maßnahmen zur Bekämpfung von Terroranschlägen zu erarbeiten. Vertreter von Europol und des ATLAS Verbundes trugen genauso zum Seminar bei wie ein hochrangiger Repräsentant des FBI-HRT (Hostage Rescue) aus den USA.

Die Herausforderungen an die innere Sicherheit durch den islamistischen Terrorismus, hervorgerufen durch ausländische Kämpfer und Rückkehrer nach Deutschland, wurden durch einen hochrangigen Experten des BKA dargelegt und diskutiert. Darüber hinaus wurden unterschiedliche Terroranschläge besprochen sowie strategisch-taktische Aspekte derartiger Lagen durch Mitglieder der Sondereinheiten und Polizei behandelt, die anlässlich der operativen Lagen in Verviers, Paris und Kopenhagen im Einsatz waren. Der Vertreter des FBI-HRT vermittelte eine Reihe von Einblicken in den Themenbereich der taktischen Vorgehensweise bei Anschlägen durch Selbstmordattentäter. Dies wurde auf der einen Seite theoretisch vertieft, auf der anderen Seite praktisch ergänzt durch eine technisch-taktische Demonstration von Einsatzmitteln zur Entschärfung von Sprengstoffen durch Spezialisten der Sondereinheiten der Bundespolizei. Dieser spezielle Programmpunkt vermittelte allen Teilnehmern eine anschauliche praktische Darstellung sowohl der grundsätzlichen Technik als auch der operativen und strategischen Aspekte eines so wichtigen Themas.

Die neuesten Entwicklungen, insbesondere die Nutzung (neuer) Medien durch Terroristen, vor allem Sozialer Medien, der Überblick über die operative Lage in Echtzeit sowie die taktischen Aspekte von Terrorlagen im Zusammenhang mit dem Gesamtthema wurden durch die fruchtbaren Gespräche zum Projekt SCARSOME (Forschungsprojekt an der DHPol) herausgestellt. Weiterhin wurden sowohl entscheidende Steuerungsinstrumente und Anwendungen vorgestellt als auch eine thematisch vertiefende intensive Diskussion durch einen Vertreter von OSINT (Niederlande) angeregt. Schließlich erläuterte der Leiter der GSG9 Deutschland und derzeitige Präsident des ATLAS Verbundes in seinem Vortrag ‚Europe-wide Threats: Coordinated Missions Counter Terrorism‘ - über die Funktion, Struktur und Bedeutung der europaweiten Kooperation der nationalen polizeilichen Sondereinheiten hinaus - wesentliche Aspekte, Zahlen und Fakten.

Das CEPOL Seminar "Counter-Terrorism Special Techniques" an der DHPol bot mit den beiden gesetzten Schwerpunkten ‚Realitätsnahe operative polizeiliche Lagen‘ und ‚Neuester Stand der Technik‘ einem hochrangigen Expertenfeld ein Forum, um in der Mitte Europas auf innovative Art und Weise einen Wissens- und Erfahrungsaustausch zu etablieren und zu praktizieren.

07.07.2015

Rückenwind für die Entwicklung der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol)

Die DHPol hat Grund zur Freude. Die Finanzministerkonferenz hat sich in ihrer Sitzung am 25.06.2015 auf dem Hambacher Schloss in Rheinland-Pfalz dem Votum der Haushaltskommission vom 09. Juni 2015 angeschlossen und damit erstmalig nach langen Jahren des „Überrollens“ (unveränderte Fortschreibung) einen neu konzipierten und ausgeweiteten Haushalt für die Hochschule beschlossen. Damit sind nun die wichtigen finanziellen Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung der Hochschule gegeben sind. Das 15. Fachgebiet unter professoraler Leitung, die Departmentstruktur als Binnenorganisation der Fachgebiete, die Neuausrichtung der Polizeiwissenschaft sowie die Qualitäts- und Hochschulentwicklung stehen damit ab Januar 2016 auf sicherem Fundament. Auch eine Erhöhung des Sachhaushalts bietet der DHPol nun die Grundlage, um beispielsweise die notwendigen Maßnahmen für die Weiterentwicklung, z.B. der Bibliothek, einzuleiten. Der Beschluss der Finanzministerkonferenz erlaubt einen zuversichtlichen Blick auf die anstehende Reakkreditierung der Hochschule durch den Wissenschaftsrat, da die zwingenden Auflagen durch die Weiterentwicklung erfüllbar werden. Die Neuausrichtung des Haushalts ist daher nicht nur mit einer Ausweitung des Stellenplans und der Sachmittel verbunden, sondern spiegelt die neuen Weichenstellungen wider und bildet die zukünftigen Strukturen der DHPol ab. Besonders freut sich über diese positive Entwicklung der Präsident, Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange, der am 01.07.2015 auf sein erstes Amtsjahr zurückblicken konnte und sich durch die Entscheidung der Finanzministerkonferenz auf dem eingeschlagenen Weg bestätigt sieht.

11.05.2015

Polizeipräsident Hubert Wimber zu Gast an der Deutschen Hochschule der Polizei

v.li. Polizeipräsident Wimber, Präsident Prof. Dr. Lange (Foto: Sylvia Höpper) Großbildansicht

Kurz vor Eintritt in den Ruhestand besuchte Polizeipräsident Wimber am 11. Mai 2015 die Deutsche Hochschule der Polizei. Im Gespräch mit dem Präsidenten der Hochschule, Prof. Dr. Hans Jürgen Lange, stand aber weniger der Blick zurück in die Vergangenheit im Mittelpunkt als vielmehr der Blick in die Zukunft polizeilicher Sicherheitsarbeit. Die Herausforderungen sind vielfältig, so dass weltpolitische Ereignisse in einer global vernetzten Welt auf allen Ebenen polizeilicher Arbeit spürbar werden. Die DHPol hat als universitäre Hochschule der Polizei andere Herausforderungen zu meistern als das Polizeipräsidium Münster, beide verbindet jedoch das Erfordernis, flexibel auch die sich wandelnden Rahmenbedingungen polizeilicher Aufgabenerledigung zu reagieren. Die DHPol stellt sich durch ein reformiertes Curriculum des Masterstudiengangs auf die zukünftigen Aufgaben der polizeilichen Führungsarbeit ein.

Polizeipräsident Wimber unterstrich die gute Zusammenarbeit mit der Hochschule der Polizei und betonte die Notwendigkeit des Praxistransfers in der wissenschaftli-chen Forschungsarbeit. „Als Polizeipräsidium vor Ort können wir flexibel und unbürokratisch reagieren", resümierte der scheidende Polizeipräsident. „Diese seit Jahren bewährte, effektive und effiziente Zusammenarbeit wird mein Nachfolger sicherlich fortsetzen." Hubert Wimber hat in knapp 18 Jahren als Behördenleiter die Entwicklung der Polizei stets kritisch und konstruktiv begleitet. Er wird sich auch nach seiner aktiven Laufbahn mit seinen vielfältigen Erfahrungen und Ideen einer modernen Polizei in die Forschungen der Hochschule einbringen.

24.02.2015

Üben für den Katastrophenfall – Zukünftige Führungskräfte der Deutschen Polizeien trainieren an der AKNZ

Quelle: BBK Bund Großbildansicht

Studierende der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) bewältigen in der letzten Februarwoche Großschadenslagen in Bad Neuenahr-Ahrweiler

(Bad Neuenahr-Ahrweiler/Münster) Das realitätsnahe Training zur Bewältigung von Großschadenslagen an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zählt seit 2004 zum festen Bestandteil des Masterstudiengangs für den höheren Polizeivollzugsdienst an der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) in Münster.

Christoph Unger, Präsident des BBK, betonte im Rahmen der Auftaktveranstaltung: "Die Kooperation mit der DHPol in der Ausbildung ist für das BBK von besonderer Bedeutung. Sie ist Ausdruck unseres gesamtstaatlichen Ansatzes einer vernetzten Sicherheitsarchitektur."

Der Schwerpunkt dieser sogenannten "Stabsrahmenübung", in deren Verlauf die 148 Studierenden verschiedene Funktionen innerhalb eines polizeilichen Führungsstabes wahrnehmen, liegt in diesem Jahr auf dem akteursübergreifenden Management von Großveranstaltungen. Dabei kommt es im Verlauf von geplanten Veranstaltungslagen in Münster (Szenario 1) und Dortmund (Szenario 2) jeweils zu ad hoc eintretenden Schadensereignissen, die von den übenden Stäben unter besonderer Berücksichtigung des Zusammenwirkens mit nichtpolizeilichen Akteuren des Bevölkerungsschutzes (Feuerwehr, Rettungsdienste etc.) zu bewältigen sind. Eingespielt werden dabei auch fiktive Beiträge aus den Sozialen Medien, wie Facebook und Twitter.

Trainiert werden die zukünftigen Führungskräfte der Polizeien des Bundes (Bundespolizei, Bundeskriminalamt) und der Länder von Dozenten der DHPol und der AKNZ sowie von Angehörigen verschiedener Feuerwehren, Dienststellen der Polizei und der Verwaltung. Insgesamt sind rund 220 Personen an der einwöchigen Übung beteiligt. Während dieser Zeit erhalten die Studierenden der DHPol einen intensiven Einblick in das polizeiliche Krisenmanagement und das notwendige Verständnis für die Zusammenarbeit aller an der Sicherheit der Bevölkerung beteiligten Behörden und Organisationen.

Vor diesem Hintergrund bedankte sich Polizeidirektor Carsten Laube, Leiter des Fachgebiets „Polizeiliches Krisenmanagement“, bei der Begrüßung der Übungs-Teilnehmer für die Kooperation und Unterstützung der AKNZ, ohne die ein Praxistraining dieser Größenordnung nicht zu realisieren sei.

21.11.2014

Gesamteuropäische Sicherheit aus rechtswissenschaftlicher Sicht 4. Forum europäische Sicherheit an der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) zum Thema Cybersicherheit

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 4. Forums europäische Sicherheit Großbildansicht

Zum vierten Mal fand am 21.11.2014 das Forum europäische Sicherheit an der DHPol statt. Ziel dieser wissenschaftlichen Tagungsreihe, die einmal jährlich veranstaltet wird, ist die Beschäftigung mit der gesamteuropäischen Sicherheit, wobei Gefahrenabwehr und Gewährleistung öffentlicher Sicherheit neben Sicherheitspolitischen Fragen im Mittelpunkt stehen. Die diesjährige Tagung widmete sich dem Thema Cybersicherheit, das an Aktualität derzeit kaum zu übertreffen ist, da die Meldungen über Angriffe auf Datenbestände und Nutzerdaten nicht abreißen und die Attacken in ihrem Ausmaß zunehmen. Ein besonderes Merkmal des Forums europäische Sicherheit ist seine Interdisziplinarität, die sich in der Zusammensetzung der Panels niederschlägt. Neben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zählen Vertreterinnen und Vertreter der Sicherheitsbehörden zu den Referenten und den Teilnehmern des Forums. Die Aussage Kurt Lewins „Es gibt nichts praktischeres als eine gute Theorie“ kennzeichnet sehr treffend den Geist des Forums. Neben dem fachlichen Austausch auf hohem Niveau bietet das Forum auch Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern eine Plattform, sich zu vernetzen. Jedem Hauptreferat ist ein Impulsreferat zugeordnet, das von Nachwuchswissenschaftlern gehalten wird. Der Vormittag des 21.11.2014 steht ganz im Zeichen des Themas „Governance und Sicherheit im Internet“. Es referieren Dr. Tilman Altwicker von der Universität Basel und Dr. Günther Welsch vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. In den Vorträgen zeigte sich deutlich, dass es vollständige Sicherheit in der Informationstechnik nicht geben kann. Das Spannungsfeld zwischen individueller Freiheit bei der Nutzung der Informationstechnik und umfassender Sicherheit lässt sich, so Dr. Günter Welsch, nicht auflösen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nur ein geringer Teil des Internets frei sichtbar ist. Der weit überwiegende, nicht sichtbare Teil, ist der Ort krimineller Handlungen. Ob sich dafür die gleichen Strafverfolgungskonzepte eignen, war Gegenstand des zweiten Panels am Nachmittag. Prof. Dr. Anja Schiemann (DHPol) und Prof. Dr. Franziska Boehm von der Universität Münster widmen sich in Ihren Vorträgen den Grenzen der Zugriffsrechte der Ermittlungsbehörden in der Cloud und dem Datenschutz im Internet. Die Ergebnisse des Forums werden in der Reihe Polizeiwissenschaft und Sicherheitsforschung im Kontext im Nomos Verlag erscheinen. Ansprechpartner: Prof. Dr. Dieter Kugelmann Deutsche Hochschule der Polizei Zum Roten Berge 18 – 24 48165 Münster 02501-806-437 geschützte E-Mail-Adresse als Grafik www.dhpol.de

22.10.2014

Aktuelle Problemfelder der polizeilichen Spitzenmanagements

Innenminister Ralf Jäger (3.v.l.) wurde vom Präsidenten der DHPol, Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange, (2.v.l.) und der Tagungsleitung, dem Leitenden Polizeidirektor Thomas Kubera, DHPol(rechts) und dem Präsidenten der Polizeidirektion Pirna, Jörg Baumbach, begrüßt. Foto: Sylvia Höpper Großbildansicht

Vom 20. bis zum 22. Oktober 2014 kamen Spitzenkräfte der Polizei aus dem ganzen Bundesgebiet und dem europäischen Ausland zusammen, um über aktuelle Themen der inneren Sicherheit zu diskutieren und sich aus erster Hand von Fachleuten u.a. aus Ministerien sowie Polizei- und Justizbehörden informieren zu lassen. Gleich am ersten Tag der Veranstaltung erfuhren die Teilnehmer vom nordrhein-westfälischen Innenminister, Ralf Jäger, dem derzeitigen Vorsitzenden der Innenministerkonferenz, welche Fragestellungen in diesem hochrangigen Gremium ganz oben auf der Agenda stehen. Neben dem vernetzten Vorgehen gegen Wohnungseinbrüche sind dies Fußball und Gewalt sowie die wachsende Bedrohung durch gewaltbereite Salafisten. Für Innenminister Jäger hat vernetztes Vorgehen bei der Kriminalitätsbekämpfung einen hohen Stellenwert. Dabei ist nicht nur die Vernetzung der Polizeien der Länder und des Bundes wichtig, sondern auch die Einbeziehung der Nachbarstaaten. Die Innenministerkonferenz ist sich einig, dass die Kooperation weiter verstärkt werden muss, so der Minister. Das gilt für alle drängenden Themen der inneren Sicherheit. Ein Pilotprojekt im Rahmen der ersten Spieltage der Fußballbundesliga ist ein Erfolg, so der Minister: „Wir haben dort, dort wo es möglich war, auf eine Begleitung der Fans verzichtet und die Präsenz der Polizei reduziert. Der Erfolg gibt uns Recht: Dieses Konzept ist aufgegangen. Durch gezielten Einsatz der vorhandenen Kräfte können wir den friedlichen Fans mehr Freiraum geben und stellen gleichzeitig bei Risikospielen umfassende Polizeikräfte zur Verfügung“. Ein weiteres aktuelles Thema ist das Vorgehen gegen den gewaltbereiten Salafismus. Hierzu Jäger: „Neben der reinen Repression ist auch beim Thema Salafismus der präventive Ansatz wichtig. Denn mit ihm können wir eine Radikalisierung bereits verhindern“. Nach dem Einführungsvortrag des nordrhein-westfälischen Innenministers widmeten sich die Teilnehmer der vertiefenden Beschäftigung u.a. mit den Themenfeldern Fanverhalten beim Fußball, der Entwicklung von Internet- und Eigentumskriminalität, die Ausrichtung der IT-Strategie der Polizeien der Länder und des Bundes und hatten die Gelegenheit, mit Experten aus unterschiedlichen Bereichen zu diskutieren. Am zweiten Veranstaltungstag referierten der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, der Abteilungsleiter des Bundeamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Dr. Wolfram Geier, sowie der Hamburger Polizeivizepräsident Reinhard Fallak zum Themenschwerpunkt Bevölkerungsschutz und Terro-rismusbekämpfung. Die Tagung „Aktuelle Problemfelder des polizeilichen Spitzenmanagements“ hat sich zu einer festen Größe für die polizeilichen Spitzenkräfte etabliert und ist ein wichtiger Baustein im Veranstaltungsangebot der Deutschen Hochschule der Polizei, um diese weiter als Diskussionsforum für Themen der inneren Sicherheit zu profilieren.

25.09.2014

Die Zeichen stehen auf Neuanfang - Verabschiedung der Absolventen des Masterstudiengangs der Polizei (DHPol) und Amtseinführung des Präsidenten, Univ.-Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange

Foto: Markus Wieneke Großbildansicht

Die Zahl der Gratulanten ist so groß, dass die Aula der DHPol nicht ausreicht, um allen Gästen Platz zu bieten. Die Stadthalle Hiltrup in unmittelbarer Nachbarschaft der Hochschule ist daher ein willkommener Ausweichort, um am 25.09.2014 den Festakt mit gut 500 Gästen aus der gesamten Bundesrepublik zu gestalten.

Für die Studierenden geht mit dem Abschied von der DHPol eine jahrelange Qualifikationsphase zu Ende – ein neuer Berufsabschnitt beginnt. Die Mehrheit der Absolventinnen und Absolventen blickt auf 10 und mehr Berufsjahre im gehobenen Polizeidienst zurück. Bei Petra ROEßEMANN aus Berlin und Markus MOOG aus Rheinland- Pfalz kommen sogar 18 bzw. 16 Berufsjahre zusammen. Beide halten nun die Masterurkunde der DHPol in ihren Händen und haben damit nicht nur in der Praxis, sondern auch in einem akademischen Studium ihre Leistung bewiesen.

Im Rückblick kommen beide zu dem Schluss, dass ihnen das Studium einen völlig neuen Blick auf ihren Beruf vermittelt hat und die Studienzeit zudem eine Zeit der Persönlichkeitsentwicklung war. Zwischen familiären Verpflichtungen und Hochschule zu pendeln und dabei hunderte von Kilometern Woche für Woche zurückzulegen, ist nur eine der Herausforderungen, die mit einem Studium an der DHPol verbunden ist. „Zwar ist es ein großes Geschenk“, so formuliert es Petra ROEßEMANN, „sich zwei Jahre vollständig einem Studium widmen zu können; sich aber in der Studierendenrolle auf einem Hochschulcampus einzurichten, wenn man nicht mehr Anfang zwanzig ist, das ist eine ganz besondere Herausforderung.“

Die Mühen werden aus Sicht von Markus MOOG und Petra ROEßEMANN aber mehr als aufgewogen durch die Chance, mit Kolleginnen und Kollegen aller Bundesländer und des Bundes gemeinsam zu studieren, Netzwerke zu knüpfen, die wohl ein Berufsleben lang tragen, und sich mit Inhalten zu beschäftigen, die auf die unterschiedlichsten Aufgaben im höheren Polizeidienst vorbereiten. Für Markus MOOG wird sich schon am Freitag alles um den Digitalfunk in Rheinland-Pfalz drehen. Er kann schon jetzt feststellen, dass Projektmanagement, Personalführung und Betriebswirtschaftslehre zu seinem täglichen Handwerkszeug gehören werden. Ganz anders wird sich der Berufsalltag für die Berliner Absolventin darstellen. Petra ROEßEMANN wird im Bereich der Prävention tätig sein und intensiv mit anderen Behörden, Organisationen und Initiativen außerhalb der Polizei zusammenarbeiten. Die kriminologischen Inhalte und Methodenkenntnisse ihres Studiums sind für sie unverzichtbar, um in diesem anspruchsvollen und interdisziplinären Aufgabenfeld kompetent kooperieren zu können.

Die Festansprache hält traditionell der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, in diesem Jahr ist es der Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Ralf JÄGER. In seiner Rede bittet er die 108 Absolventen, Führungsverantwortung zu übernehmen und die im Studium erworbenen Kompetenzen und Kenntnisse reflektiert in der Praxis anzuwenden, damit die öffentliche Sicherheit angesichts zukünftiger Herausforderungen durch eine leistungsstarke Polizei gewährleistet werden kann. Aber nicht nur der Aufbruch der Absolventen in eine neue Berufsphase ist Grund zu feiern, auch die Neubesetzung der Präsidentenfunktion gibt Anlass zur Freude.

Mit Prof. Dr. Hans-Jürgen LANGE steht erstmalig ein Universitätsprofessor an der Spitze dieser kleinen Spezialhochschule im Süden Münsters. Die akademische Vita und sein Werdegang als Politologe, seine Expertise im Bereich Sicherheits- und Polizeiforschung und seine Erfahrung im Wissenschaftsmanagement machen ihn zu einem Glücksfall für die DHPol. Innenminister JÄGER ist daher davon überzeugt, dass Prof. Lange der Hochschule seine Handschrift verleihen wird. Minister JÄGER und Präsident Lange sind sich darin einig, dass Hochschulen immer Veränderungen unterliegen, das gilt für die Deutsche Hochschule der Polizei in ganz besonderer Weise.

Wohin der Weg der Hochschule in den kommenden fünf Jahren gehen wird, das hat Prof. Dr. Hans-Jürgen LANGE in seiner Antrittsrede skizziert. Es ist ein ambitioniertes Arbeitsprogramm, das auf dem Tisch liegt. Der Wissenschaftsrat hat zudem der Hochschule aufgegeben, in welchen Feldern sie sich besonders verändern und entwickeln sollte, um sich als Spezialhochschule mit universitärem Charakter in einer sich ständig wandelnden Hochschul- und Wissenschaftslandschaft zu behaupten.

Eine mindestens ebenso große Herausforderung sieht der Präsident darin, die Balance zwischen polizeilicher Praxis und Wissenschaft, zwischen Lehre und Forschung und nicht zuletzt zwischen Tradition und Innovation zu halten und dennoch Schritt für Schritt die Entwicklung zu einer zukunftsfähigen Spezialhochschule voran zu treiben – aber es wird kein Drahtseilakt, da ist sich Prof. LANGE angesichts der Unterstützung der Mitglieder der Hochschule und der Träger sicher.

Ansprechpartner:
Dr. Mechthild Hauff
Hochschulreferentin
geschützte E-Mail-Adresse als Grafik
02501/806-227

11.09.2014

RP begrüßt neuen Präsidenten der Polizeihochschule

v.r.: Prof. Dr. Reinhard Klenke und Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange Großbildansicht
29.08.2014

Polizeihochschule gehört zur Wissenschaftsstadt

Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange (li.) und Oberbürgermeister Markus Lewe (Foto: Presseamt Münster) Großbildansicht
28.08.2014

Präsident der Deutschen Hochschule der Polizei besucht das Polizeipräsidium Münster

Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange (li.) und Polizeipräsident Hubert Wimber (Foto: Roland Vorholt) Großbildansicht
19.08.2014

Ein langes Berufsleben mit 40-jähriger Zugehörigkeit zur PFA/DHPol geht zu Ende

v.l.n.r.: Vizepräsident Gerd Thielmann, Ewald Weißbrod, Präsident Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange (Foto: Sylvia Höpper) Großbildansicht

Am Dienstag, 19.08.2014, verabschiedete die Deutsche Hochschule der Polizei ihren langjährigen Mitarbeiter Ewald Weißbrod in den Ruhestand. Vorher erhielt er seine Urkunde zum 40-jährigen Dienstjubiläum aus den Händen des Vizepräsidenten, Gerd Thielmann. 

Nach der Volksschule trat Herr Weißbrod im Alter von – heute unvorstellbaren –14 Jahren ins Berufsleben ein. Er absolvierte eine kaufmännische Ausbildung und nahm direkt im Anschluss daran seine Tätigkeit bei der damaligen Polizei-Führungsakademie auf. Die verschiedenen Tätigkeiten, die er hier ausübte, spiegeln eine Zeitreise durch die rasanten Veränderungen innerhalb der Bürotechnologie der letzten Jahrzehnte wider. Von der Aufgabe als Vervielfältiger über die Beschäftigung in der Fernsprech- und Fernschreibstelle bis hin zur Materialbeschaffung und -verwaltung oblag ihm auch die Beaufsichtigung des Reinigungspersonals (das es hauseigen natürlich schon lange nicht mehr gibt). Sein späteres Aufgabenfeld lag dann abwechselnd im Tagungsbüro als Verpflegungssachbearbeiter und im Küchenbereich als Küchendienstmeister. Zum Ende seiner Dienstzeit koordinierte er die Vergabe der Hörsäle und des Fuhrparks der DHPol.

Jeder auf dem Campus kennt ihn, ob die jungen wissenschaftlichen Mitarbeiter, das Stammpersonal oder die Fortbildungsteilnehmer, die als Studierende vor Jahren ihren Abschluss in Hiltrup gemacht haben. Mit Ewald Weißbrod verlässt ein Stück Geschichte  die DHPol. Die Hochschulleitung überreichte ihm einen Gästeausweis auf Lebenszeit, sodass er jederzeit an allen Veranstaltungen und Aktivitäten der DHPol teilnehmen kann.

19.08.2014

Verabschiedung von Polizeidekan Dr. Antonius Hamers

v.l.n.r.: Präsident Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange, Dr. Antonius Hamers, Vizepräsident Gerd Thielmann (Foto: Sylvia Höpper) Großbildansicht

Nach 3-jähriger Tätigkeit an der DHPol wurde außerdem am selben Tag Herr Dr. Antonius Hamers verabschiedet. Er wird zum 01. September 2014 Leiter des Katholischen Büros in Düsseldorf, der Vertretung der fünf nordrhein-westfälischen Bistümer bei Landtag und Landesregierung.

29.07.2014

Zahl der Studierenden an der Deutschen Hochschule nimmt in den kommenden fünf Jahren stetig zu

Foto: Silvia Herbold, DHPol Großbildansicht

Seit dem vergangenen Mittwoch hat sich das Bild auf dem Campus der Hochschule wieder verändert. Nach der 12-wöchigen Masterphase sind die 107 Studierenden an die Hochschule zurückgekehrt und gehen mit großen Schritten auf das Finale zu. In Anwesenheit des Vorsitzenden der Innenministerkonferenz, Ralf JÄGER, Minister für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen, werden die Nachwuchsführungskräfte am Donnerstag, 25. September 2014 in der Stadthalle Hiltrup feierlich verabschiedet.

„Anders als beispielsweise bei der Westfälischen Wilhelms-Universität und der Fachhochschule Münster qualifizieren wir für die Bedarfsträger – dies sind die Polizeien des Bundes und der Länder. Diese entsenden die Aufstiegsbeamtinnen und -beamten in den zweijährigen Masterstudiengang an die Deutsche Hochschule der Polizei“ merkte DHPol-Präsident Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange an. Gingen die Zahlen seit 2009 zurück, ist nunmehr ein kontinuierlicher Anstieg zu verzeichnen.

Während die erste Hälfte des Studiums dezentral beim Bund und in den Ländern stattfindet, wird das zweite Jahr zentral in Hiltrup durchgeführt. Zum 01. Oktober 2014 wechseln 137 Studierende an die Hochschule, so dass aktuell insgesamt 244 Studierende eingeschrieben sind. Am 01. Oktober 2014 beginnt beim Bund und in den Ländern das erste Jahr mit 124 bis 151 Studierenden (Summe: 261 bis 288 Studierende).

Studienjahre Prognose
2014/2016 124-151
2015/2017 138-168
2016/2018 150-193
2017/2019 153-197
2018/2020 171-208

 

22.07.2014

Internationale Arbeitstagung "Internationale Polizeimissionen" an der Deutschen Hochschule der Polizei (21.-23.07.2014)

v.l.n.r.: Seminarleiter Polizeidirektor Achim RAUPACH, LAFP NRW, Internationale Polizeimissionen; Inspekteur der Polizei des Landes NRW Dieter WEHE, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Internationale Polizeimissionen; Präsident der DHPol Prof. Dr. Hans-Jürgen LANGE; Seminarleiter Kriminaldirektor Lars WAGNER, Internationale Beziehungen der DHPol; Polizeidirektor Rainer KÜHN aus NRW, z.Zt. beim Rat der Europäischen Union (Foto: Sylvia Höpper, DHPol) Großbildansicht

Deutschland beteiligt sich aktuell mit 251 Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten des Bundes und der 16 Länder an 14 internationalen Polizeimissionen. "Deutschland zeigt zwar seit langem, dass es international verantwortlich handelt. Aber es könnte - gestützt auf seine Erfahrungen bei der Sicherung von Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit - entschlossener weiter gehen..." (Bundespräsident Joachim Gauck auf der 50. Münchener Sicherheitskonferenz am Freitag, 31. Januar 2014).

Vom 21. - 23.07.2014 kamen an der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) in Münster-Hiltrup neben Führungskräften der Polizeien, zum Teil mit "Missionserfahrung", Polizeiärzte und Polizeipsychologen in der staatenübergreifenden Arbeitstagung "Internationale Polizeimissionen" zusammen.

Internationale Polizeimissionen sind mandatsgebunden und bestehen im Wesentlichen aus Ausbildungs- und Beratungstätigkeiten in Post-Konflikt-Regionen. Durch derartige Arbeitstagungen sollen die Nahtstellen zwischen vollzugspolizeilichen und unterstützenden Bereichen geschlossen werden. "Damit liefert die Hochschule einen weiteren Baustein auf dem Weg zu der im Rahmen der institutionellen Akkreditierung (2013) geforderten Internationalisierungsstrategie der Hochschule", bekräftige Hochschulpräsident Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange.

"Inzwischen wurden viele wertvolle Erfahrungen in den verschiedenen Missionen gewonnen, die Eingang in das Missionstraining und die Ausstattung gefunden haben. Aber all das bedeutet nicht, dass wir unsere Hände in den Schoß legen und zuwarten können. Wir müssen ständig dazu lernen und uns fragen, wie wir unseren bereits hohen Standard bei der Entsendung von Frauen und Männern in internationale Polizeimissionen halten und verbessern können“ so der Vorsitzende der Bund-Länder- Arbeitsgruppe „Internationale Polizeimissionen", Inspekteur der Polizei des Landes NRW Dieter Wehe.

Obwohl die Hochschule im internationalen Bereich sehr aktiv ist, betrat sie mit dieser Arbeitstagung Neuland. Vorgesehen ist, diese Arbeitstagung als kontinuierliche Maßnahme in das Fortbildungsangebot der Hochschule aufzunehmen.

Hintergrund zur Arbeitsgruppe "Internationale Polizeimissionen" (AG IPM)

Im Jahr 1989 kam es in Namibia zum ersten deutschen Einsatz in einer internationalen Polizeimission. Dieser und weitere Einsätze waren zunächst nur Beamten des damaligen Bundesgrenzschutzes vorbehalten. Es ist dem Wirken von Bremens ehemaligem Oberbürgermeister Hans Koschnick zuzurechnen, dass 1994 in Mostar erstmals auch Polizisten der Länder an internationalen Polizeimissionen teilnahmen. 1994 war damit auch die Geburtsstunde der "AG IPTF" ("Arbeitsgruppe International Police Task Force"), die 2005 in "AG IPM" ("Arbeitsgruppe Internationale Polizeimissionen") umbenannt wurde.  Die AG IPM regelt in Kooperation zwischen Bund und Ländern die Vorbereitung, Organisation, Koordination und Erledigung der Ein- und Ausreiseformalitäten aller deutscher Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamten. Bisher wurden rund 9000 deutsche Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten in bisher rund 30 internationalen Missionen eingesetzt.

08.07.2014

Jährliche Tagung der Polizeipräsidenten an der Deutschen Hochschule der Polizei (07.-09.07.2014)

Im Bild von links nach rechts: Präsident der DHPol Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange; Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius; die beiden Seminarleiter Klaus Welter, DHPol, und Polizeipräsident a.D. Wolfgang Kopitsch, Hamburg (Foto: Sylvia Höpper, DHPol) Großbildansicht

Ein Schwerpunkt ist die Einbruchskriminalität

Fester Bestandteil der über 60 Fortbildungsmaßnahmen für die Polizeien des Bundes und der Länder ist die jährliche Tagung der Polizeipräsidentinnen und -präsidenten an der Hochschule. In diesem Jahr konnten die beiden Seminarleiter, Klaus Welter von der Hochschule, sowie Polizeipräsident a.D. Wolfgang Koptisch, Hamburg, neben Münsters Polizeipräsidenten, Hubert Wimber, weitere 30 Behördenleitungen in Hiltrup begrüßen. Der demographische Wandel, mit seinen Auswirkungen auf die Polizeiorganisation, stehen ebenso auf der Agenda, wie der Einsatz sozialer Medien für die Polizeiarbeit und die Bekämpfung der internationalen Eigentumskriminalität. "Allein die niedersächsische Polizei wird in den nächsten 15 Jahren die Hälfte ihrer Beamtinnen und Beamten in den verdienten Ruhestand verabschieden. Wir müssen deshalb dafür sorgen, dass die Polizei als Arbeitgeber für junge Menschen attraktiv bleibt", unterstrich der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius bei seinem Vortrag zum Auftakt der Tagung. Beendet wird die dreitägige Veranstaltung am Mittwoch mit dem Vortrag des BKA-Präsidenten, Jörg Ziercke, der zu den Erfahrungen und Handlungsempfehlungen aus dem NSU-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages berichten wird.

04.07.2014

Prof. Hans-Jürgen Lange neuer Präsident der Deutschen Hochschule der Polizei

Foto: Hans-Jürgen Lange
Foto: PicturePeople Großbildansicht

Freude und Erleichterung an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster (DHPol). Zum 1. Juli 2014 hat Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange, bislang Politikwissenschaftler und Sicherheitsforscher an der Universität Witten/Herdecke, das Amt des Präsidenten der DHPol angetreten, nachdem er am 30.06.2014 die Ernennungsurkunde aus der Hand des Innenministers des Landes Nordrhein-Westfalen, Ralf Jäger, entgegen genommen hat. Damit beendet der ausgewiesene Experte in Sachen Polizeiforschung und Innere Sicherheit mit viel Erfahrung im Hochschulmanagement die einjährige Vakanz an der Spitze der DHPol. Der Entwicklungsprozess dieser bundesweit einzigen Hochschule der Polizei mit universitärem Charakter wird unter der Leitung eines derart ausgewiesenen Experten an Dynamik gewinnen. Mit Prof. Dr. Lange hat erstmalig ein Universitätsprofessor die Funktion des Präsidenten an der DHPol inne.

Hans-Jürgen Lange ist 1961 in Bochum geboren. Er studierte Sozialwissenschaften (Schwerpunkt Politikwissenschaft), Geschichte und Philosophie an der Universität -GH- Duisburg (1981-87); arbeitete danach als wiss. Mitarbeiter und Doktorand im Lehrgebiet Politikwissenschaft an der Fernuniversität -GH- Hagen (1987-93). In seiner Dissertation untersuchte er Modernisierungsverläufe im bundesdeutschen Parteiensystem, die Promotion erfolgte 1993 (Hagen). Er wechselte als wiss. Mitarbeiter und DFG-Habilitationsstipendiat an die Philipps-Universität Marburg (1994-98) und habilitierte sich dort 1998 mit einer Studie über das Politische System der Inneren Sicherheit in der Bundesrepublik.

Nach der Habilitation und Ernennung zum Privatdozenten für Politikwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg (1998) übernahm er Vertretungsprofessuren in Duisburg (1998-2000) und Marburg (2000-01), eine Forschungsprofessur für Politikwissenschaft in Witten/Herdecke (2001-03) sowie eine Vertretungsprofessur in Kassel (2003-04). An der Philipps-Universität Marburg wurde er zum außerplanmäßigen Professor für Politikwissenschaft (2004-08) ernannt. Parallel dazu nahm er eine Gastprofessur für Politikwissenschaft und Zeitgeschichte in Witten/Herdecke (2004-07) sowie eine Vertretungsprofessur in Marburg (2007-08) wahr.

Am Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung (RISP) an der Universität Duisburg-Essen leitete er die gemeinsam mit dem Zentrum für Konfliktforschung (ZFK) der Philipps-Universität Marburg betriebene Forschungsgruppe Politische Steuerung und Konfliktregelung (2001-2008). Seit 2006 ist er Wiss. Direktor des RISP. Zum 1. Juli 2008 wurde er zum Professor und Inhaber des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Sicherheitsforschung und Sicherheitsmanagement an die Universität Witten/Herdecke berufen. Zum 1. August 2009 übernahm Hans-Jürgen Lange das Amt des Dekans der Fakultät für Kulturreflexion. Im Mittelpunkt seiner Wittener Dekanstätigkeit standen der Ausbau und die inhaltliche Weiterentwicklung der kulturwissenschaftlich ausgerichteten Fakultät. Die erfolgreiche Reakkreditierung des Bachelor- und Masterprogramms der Fakultät, die Entwicklung neuer Masterstudiengänge, die Einrichtung eines Orientierungsstudiums, die Erweiterung des Bildungskonzepts der Universität („Studium fundamentale plus“) sowie die erfolgreiche Erfüllung einer Auflage des Wissenschaftsrates, die zugleich das Promotionsrecht der Fakultät sicherte, gehören zu seiner Arbeitsbilanz. Auf Ebene der Gesamtuniversität setzte er sich als Vorsitzender eines Senatsausschusses 2009/2010 erfolgreich dafür ein, der Universität Witten/Herdecke im Zuge ihrer Neuausrichtung eine neue, hochschulrechtlich innovative Grundordnung zu geben. Am 16. November 2010 wurde er zum Vorsitzenden des Senats der Universität Witten/Herdecke gewählt, den er seitdem leitet.

Hans-Jürgen Lange ist Initiator und Sprecher des 1996 gegründeten Interdisziplinären Arbeitskreises Innere Sicherheit (AKIS) sowie des Arbeitskreises Politikfeldanalyse Innere Sicherheit in der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW). Die beiden eng miteinander kooperierenden Arbeitskreise zählen heute rund 240 Mitglieder, die zu Fragen der Polizei- und Sicherheitsforschung sowie der Inneren Sicherheit forschen. Er ist Herausgeber der Buchreihe „Studien zur Inneren Sicherheit“, die beim Springer VS Verlag in Wiesbaden erscheint.

In der Sicherheitsforschung ist von ihm der Ansatz einer Politikfeldanalyse Innere Sicherheit konzeptionell entwickelt worden. Diese untersucht das Wechselspiel zwischen Akteuren, Strukturen, Prozessen und politischen Inhalten beim Zustandekommen politischer Entscheidungen. Die entsprechenden Studien konzentrierten sich zunächst auf die Polizei und bezogen dabei historische und soziologische Perspektiven ein. Die Phasenentwicklungen der Problemdefinition, der Agendagestaltung und der Implementation von politischen Programmen der Polizei- und Kriminalpolitik sowie insgesamt der Politik der Inneren Sicherheit stehen hierbei im Fokus. Die Forschungsarbeiten erweiterten sich auf weitere Akteure im Sicherheitssystem – aktuell auf den Bereich des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes, welcher Gegenstand eines jüngst abgeschlossenen sowie eines noch laufenden Forschungsprojektes ist. In einem weiteren gerade abgeschlossenen Forschungsvorhaben wurden, gemeinsam mit einem rechtswissenschaftlichen Projektpartner, die formalen und vor allem informellen Einflüsse auf den Gesetzgebungsprozess im Bereich der Inneren Sicherheitspolitik untersucht. In der übergreifenden Zielsetzung geht es Professor Lange darum, den Wandel des Sicherheitssystems, wie er in allen westlichen Gesellschaften beobachtbar ist, in seinen Auswirkungen auf Theorie und Praxis von Staatlichkeit und Demokratie zu analysieren und Folgerungen insbesondere für die rechtsstaatliche und demokratische Verfasstheit sozialer Ordnung aufzuzeigen.

An der Universität Witten/Herdecke, so Professor Lange, habe er sehr gerne gearbeitet. Sie zeichnet sich durch eine gelebte interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine große Offenheit für neue Problemsichten und -lösungen aus. „Es ist ein überaus spannender Ort, an dem ich selbst viel gelernt habe“. Zugleich bedeute der Wechsel an die DHPol für ihn, die beiden Erfahrungsstränge, die seine Arbeit prägen und die ihm Freude machen, die Polizei- und Sicherheitsforschung zum einen, Hochschulpolitik und Hochschulmanagement zum anderen, zusammenbringen zu können. „Die DHPol ist eine sehr interessante Einrichtung mit einem sehr eigenständigen Aufgabenprofil. Sie ist Hochschule mit universitärem Status, damit Teil des Wissenschaftssystems, zugleich hat sie als Hochschule der Polizei, die den gesamten Führungsnachwuchs aller Polizeien in Deutschland auf Masterniveau ausbildet, eine starke Praxisverankerung“, so Lange. Sie müsse sich damit als wissenschaftliche Hochschule bewähren, vor allem in der Forschung, und sie müsse dieses Wissen in die Praxis vermitteln und von der Praxis lernen, ohne dabei die wissenschaftliche Distanz aufzugeben. „Praxisreflexion“, schmunzelt Lange, „nennen wir diese Gradwanderung in Witten“. Die Erfüllung der Auflagen, die der Wissenschaftsrat der DHPol bis 2018 ins Stammbuch geschrieben hat, die Stabilisierung des Promotionsrechts, die damit verbunden ist, eine konzeptionelle Verbindung der Polizeiforschung mit der sich rasant entwickelnden Sicherheitsforschung, eine engere Vernetzung in die Wissenschaftslandschaft hinein, die Stärkung der Zusammenarbeit mit den Fachhochschulen der Länder und des Bundes, die Stärkung der Akzeptanz der universitären Hochschule innerhalb des Bildungssystems der Polizeien und vor allem die Zielsetzung, die DHPol zu einem Ort werden zu lassen, an dem über Polizei- und Sicherheitspolitik in ihrer Wechselwirkung mit gesellschaftlichen, demokratischen und europäischen Entwicklungen diskutiert und gerungen wird, erklärt Professor Lange zu den konkreten Zielen, die er mit seiner neuen Tätigkeit an der DHPol realisieren will.

30.06.2014

Position der Hochschule der Polizei wird weiter gestärkt

Prof. Hans-Jürgen Lange ist neuer Präsident der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster

Das Ministerium für Inneres und Kommunales teilt mit:

Die Deutsche Hochschule der Polizei (DHPol) in Münster bekommt ab dem 1. Juli einen neuen Präsidenten. Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange hat heute in Düsseldorf seine Ernennungsurkunde aus den Händen von NRW-Innenminister Ralf Jäger entgegengenommen. „Für die Hochschule ist die Neubesetzung ein wichtiger Meilenstein. Sie trägt dazu bei, dass die Position der noch jungen Hochschule in der deutschen Hochschullandschaft weiter gestärkt wird“, erklärte Jäger. „Prof. Lange ist nicht nur ein anerkannter Fachmann für Sicherheitsfragen, mit seiner Erfahrung kennt er sich gut beim Hochschulmanagement aus. Er wird die Vernetzung und Kooperation mit anderen Hochschulen im Bund und in Europa fortsetzen sowie die wissenschaftliche Profilierung der DHPol vorantreiben.“

Mit Prof. Lange beendet ein ausgewiesener Experte in Sachen Polizeiforschung und Innere Sicherheit die einjährige Vakanz an der Spitze der DHPol. Mit Lange hat erstmalig ein Universitätsprofessor die Funktion des Präsidenten inne.

Hans-Jürgen Lange ist 1961 in Bochum geboren. Er studierte Sozialwissenschaften  mit dem Schwerpunkt Politikwissenschaft, Geschichte und Philosophie an der Universität Duisburg. Er arbeitete danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand im Lehrgebiet Politikwissenschaft an der Fernuniversität Hagen. Zuletzt war er Professor und Inhaber des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Sicherheitsforschung und Sicherheitsmanagement an die Universität Witten/Herdecke. 2009 hatte er außerdem das Amt des Dekans der Fakultät für Kulturreflexion übernommen.

Der Wechsel an die DHPol bedeutet für ihn,  die Polizei- und Sicherheitsforschung zum einen, Hochschulpolitik und Hochschulmanagement zum anderen, zusammenbringen zu können. „Die DHPol ist eine interessante Einrichtung mit einem eigenständigen Aufgabenprofil. Sie ist Hochschule mit universitärem Status und damit Teil des Wissenschaftssystems. Zugleich hat sie als Hochschule der Polizei, die den gesamten Führungsnachwuchs aller Polizeien in Deutschland ausbildet, eine starke Praxisverankerung“, erklärte Lange.

Für angehende Führungskräfte innerhalb der Polizei ist die DHPol in Münster-Hiltrup eine bedeutende Ausbildungseinrichtung. Hier kann der Masterstudiengang „Öffentliche Verwaltung - Polizeimanagement“ absolviert werden. Mit dem erfolgreichen Abschluss nach mindestens sechs Semestern qualifizieren sich die Studierenden für den Höheren Polizeivollzugsdienst. Derzeit studieren dort mehr als 220 Polizistinnen und Polizisten, um sich einen akademischen Grad zu erarbeiten. Die DHPol ist aus der einstigen Führungsakademie der Polizei hervorgegangen. Sie wurde im vergangenen Jahr vom deutschen Wissenschaftsrat als Hochschule akkreditiert.

04./05.06.2014

2. Forschungs- und Technologiesymposium an der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) in Münster-Hiltrup am 04. und 05. Juni 2014

Im Bild v. re. n. li.: Friederich W. Benz, AFCEA, Leitung Fachausstellung; Jörg Ziercke, Präsident des BKA; Gerd Thielmann, Vizepräsident DHPol (Foto: Silvia Herbold) Großbildansicht

Ziel des Symposiums war und ist die Vernetzung von Polizeibehörden mit Universitäten, Forschungseinrichtungen und der forschenden Industrie. Als Kooperationspartner konnte in diesem Jahr AFCEA Bonn e.V. (Anwenderforum für Fernmeldetechnik, Computer, Elektronik und Automatisierung) gewonnen werden. AFCEA Bonn e.V. hat sich den Dialog und die Vernetzung als Aufgabe gesetzt und war damit ein idealer Partner für das 2. Forschungs- und Technologiesymposium.

Primärziel der Veranstaltung ist der Technologietransfer. Aus verschiedenen Forschungs- und Entwicklungsbereichen wurden Lösungen und Lösungsansätze für aktuelle und zukünftige Herausforderungen im Polizeibereich vorgestellt.

Der Vizepräsident der Deutsche Hochschule der Polizei, Gerd Thielmann, begrüßte die Teilnehmer am Morgen des 04. Juni 2014 zum ersten Veranstaltungsteil in der Stadthalle Hiltrup. Einen Einblick in aktuelle Entwicklungen gab anschließend der Präsident der Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke. Um zielgerichtet auf aktuelle Herausforderungen eingehen zu können, wurden im ersten Programmabschnitt Vorträge von "Polizeipraktikern" gehalten. Diese Darstellungen aktueller Optimierungsbedarfe stießen bei den Vertretern von Wissenschaft und Industrie auf reges Interesse und führten zu einem fruchtbaren Informationsaustausch.

In einem zweiten Veranstaltungsteil auf dem Gelände der Deutschen Hochschule der Polizei wurden dann in acht Themenbereichen Lösungen aus Forschung und Industrie in 70 Einzelvorträgen vorgestellt. Diese bildeten ein Spektrum zwischen Verkehrsplanung, Einsatzleitsystemen der Zukunft, der Drogenanalyse und den Themen im Bereich Luftverkehr ab.

Aus Münster beteiligte sich das Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums an der Veranstaltung mit einem Vortrag von Dr. Stephan Köhnemann zu aktuellen Forschungen im Feld der Drogenanalyse. Das Institut für forensische Genetik von Herrn Prof. Dr. B. Brinkmann präsentierte aktuelle Entwicklungen der DNA Analyse.

55% der Teilnehmer waren Vertreter in- und ausländischer Sicherheitsbehörden, 15% der Teilnehmer kamen aus Universitäten und Forschungseinrichtungen und 30 % waren Vertreter der forschenden Industrie. Insgesamt konnte die Deutsche Hochschule der Polizei 380 Teilnehmer aus zehn Nationen begrüßen.

Für die Fortentwicklung der Deutschen Hochschule der Polizei ist die Internationalisierung des Austausches und der Ausbau der Forschung von großer Bedeutung. Die Einheit von Forschung und Lehre sichert seit jeher die Exzellenz an Universitäten und ist daher integraler Bestandteil für die Weiterentwicklung der Hochschule.

Das erste Forschungssymposium fand im Juni 2012, ebenfalls an der DHPol, statt.

20.05.2014

Deutschlandweit größtes IT-Projekt "Digitalfunk" für Behörden mit Sicherheitsaufgaben

Fotos: Silvia Herbold, DHPol Großbildansicht

Das größte informationstechnische Projekt (IT-Projekt) Deutschlands, der Aufbau und Betrieb des Digitalfunks für Sicherheitsbehörden, ist Anlass und Gegenstand eines umfassenden Erfahrungsaustausches an der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) in Münster. Neben Vorträgen und Diskussionen im Expertenkreis finden am Dienstag, 20.05.2014, und Mittwoch, 21.05.2014, jeweils ab 15.00 Uhr Präsentationen der aktuellen Digitaltechnik, wie sie derzeit in allen Bundesländern zum Einsatz kommt, statt. Pressevertreterinnen/Pressevertreter sind herzlich zu den Präsentationen eingeladen.

Der Aufbau und Betrieb eines digitalen Funknetzes für Sicherheitsbehörden ist das bislang größte deutsche IT-Projekt und damit unter den Top 10 der weltweit größten Projekte der IT-Branche. Um alle Sicherheitsbehörden bundesweit an dieses digitale Funknetz anzubinden, wurden 4.500 Funkstationen seit dem Projektstart im Jahr 2007 errichtet. Damit sind aktuell 90 % des Netzes ausgebaut.
500.000 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und weiteren Sicherheitsbehörden nutzen dieses Netz für Ihre täglichen Einsätze.
Ziel des Seminars an der Deutschen Hochschule der Polizei ist der Austausch über den aktuellen Stand von Netzausbau und Betrieb auf Expertenebene. Erste Erfahrungen mit dem digitalen Funknetz liegen aus Einsätzen unterschiedlicher Größe vor und werden reflektiert, um Zukunftsperspektiven für den Digitalfunk von morgen zu entwickeln. Denkbar ist z.B. der Ausbau zu einem Breitbandnetz, das bei Bedarf den Austausch von Bilddateien und Videos erlaubt.

In der veranstaltungsbegleitenden Ausstellung ist die Standardausstattung, wie sie in jedem Bundesland im Einsatz ist, im Lifebetrieb zu sehen. Dazu gehören mobile Funktechnikeinheiten, die überall dort, wo stationäre Infrastruktur fehlt, die Lücken im Netz schließen. Aber auch Netzüberwachungstechnik, die den reibungslosen Netzbetrieb sicherstellt, und die in Einsatzfahrzeugen installierte Funktechnik sind vor Ort an der DHPol aufgebaut.

Ansprechpartnerin für Anmeldungen und Fragen der Presse: Sylvia HÖPPER, Tel.: 02501/806-228, geschützte E-Mail-Adresse als Grafik

Ansprechpartner für inhaltliche Fragen: Dirk HEIDEMANN (Leitender Polizeidirektor), Tel.: 02501/806-280, geschützte E-Mail-Adresse als Grafik

06.02.2014

Zukünftige Führungskräfte der Deutschen Polizeien üben an der AKNZ für den Katastrophenfall

Foto: BBK Großbildansicht

Studierende der Deutschen Hochschule der Polizei bewältigen vom 3. bis 7. Februar 2014 Großschadenslagen an der AKNZ in Bad Neuenahr-Ahrweiler

(Bad Neuenahr-Ahrweiler/Münster) Es ist schon Tradition: Seit 2004 kommen die Studie-renden der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) aus Münster zum Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), um einmal im Jahr die Bewältigung von Großschadenslagen realitätsnah zu trainieren.

Christoph Unger, Präsident des BBK, betonte bei der Auftaktveranstaltung an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ), wie notwendig die Zusammenarbeit von polizeilicher und nichtpolizeilicher Gefahrenabwehr zum Schutz der Bevölkerung ist.

Trainiert werden die 117 Studentinnen und Studenten der Länderpolizeien sowie der Bundespolizei und des Bundeskriminalamts von Dozenten der DHPol, der AKNZ, verschiedener Feuerwehren, Dienststellen der Polizei und der Verwaltung. Insgesamt sind rund 170 Personen an der diesjährigen sog. Stabsrahmenübung beteiligt.

Die Studierenden mussten in verschiedenen Funktionen in Führungsstäben das ad-hoc-Szenario einer ”harten Landung” eines Verkehrsflugzeuges auf dem Flughafen Münster-Osnabrück bewältigen, bei der es ”Tote” und ”Verletzte” gab.

Nach einem Wechsel der einzelnen Führungskräfte wurde ein neues Szenario eingespielt. Diesmal handelte es sich um eine geplante Großveranstaltung in Dortmund. In deren Verlauf kam es zu einem Schadenereignis, das Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste in Atem hielt. Eingespielt wurden auch fiktive Beiträge aus den Sozialen Medien, wie Facebook und Twitter. Erstmals wurde eine Übungssequenz einer Polizeiübung mit einem Simulationssystem begleitet. Damit ist u.a. die Abbildung von Kräfteverschiebungen in Echtzeit möglich, um dem übenden Stab ein möglichst wahrheitsgetreues Bild des Übungsverlaufes zu liefern.

Durch die Übung erhielten die Studierenden der Polizei einen intensiven Einblick und das notwendige Verständnis für die Zusammenarbeit aller an der Sicherheit der Bevölkerung beteiligten Behörden und Organisationen.

„Für diese seit nunmehr 11 Jahren bestehende enge Kooperation, an der über 1.300 Nachwuchsführungskräfte erfolgreich teilgenommen haben, bin ich äußerst dankbar,” betonte der Vizepräsident der Deutschen Hochschule der Polizei, Gerd Thielmann.

Pressekontakt
Steffen Dieker, BBK, Telefon (0228) 99550-3615, Fax (0228) 99550-3650
E-Mail: geschützte E-Mail-Adresse als Grafik
http://www.bbk.bund.de

Norbert Reckers, DHPol, Telefon (02501) 806-230-0, Fax (02501) 806-423
E-Mail: geschützte E-Mail-Adresse als Grafik
http://www.dhpol.de


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