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Aktuelle Pressemeldungen

23.09.2016

Erfolgreicher Brückenschlag zwischen Wissenschaft und polizeilicher Praxis

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Verabschiedung der 134 Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiengangs 2016 an der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) und Verleihung des Preises der DHPol 2016

Die alljährliche Verabschiedung der Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiengangs „Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement“ der DHPol in der Stadthalle Hiltrup ist traditionell ein Anlass, um die Herausforderungen des polizeilichen Berufsfeldes zu reflektieren und zukünftige Herausforderungen zu skizzieren, die auf die neuen polizeilichen Führungskräften warten. Diese Aufgabe übernimmt in diesem Jahr der saarländische Innenminister, Klaus BOUILLON, der aktuell den Vorsitz in der Innenministerkonferenz innehat. „Wir brauchen in der heutigen Zeit polizeiliche Führungskräfte mit akademischer Bildung, die für die besonderen komplexen beruflichen Herausforderungen qualifiziert sind“ damit macht Minister BOUILLON deutlich, dass Wissenschaft und die berufliche Praxis polizeilicher Führungskräfte in enger Verbindung zueinander stehen.

Seit Beginn des Studiums vor zwei Jahren hat sich viel ereignet, was sich mittelbar und unmittelbar auf die Arbeit der zukünftigen polizeilichen Führungskräfte auswirken wird. Terroristische Anschläge und Amoktaten sind nur die bedrückendsten Ereignisse der jüngsten Vergangenheit. In einer Gesellschaft, in der die Halbwertszeit des Wissens sich immer mehr verkürzt, sind es Methodenkenntnisse und Problemlösungskompetenzen, die den zukünftigen Führungskräften helfen, die unterschiedlichsten Funktionen in den Polizeien der Länder und des Bundes zu übernehmen und sich immer wieder ganz neuen Herausforderungen erfolgreich zu stellen.

Das interdisziplinäre Studium bildet die Grundlage, um als Führungskraft auf die ganz unterschiedlichen und zum Teil völlig neuen Aufgabenstellungen zu reagieren und in zunehmend komplexen Situationen angemessen zu handeln. Minister BOUILLON und der Präsident der DHPol, Prof. Dr. Hans-Jürgen LANGE, sind sich einig, dass die akademische Ausbildung, der Masterstudiengang, die angemessene zukunftsorientierte Antwort auf eine herausfordernde und dynamische berufliche Realität ist.

Doch trotz der aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen sollen auch die Herausforderungen des zweijährigen Masterstudiums, die gerade erst hinter den Studierenden liegen, nach den Worten des Ministers nicht vergessen werden. Er würdigt in seiner Rede die Belastungen, denen sich nicht nur die Studierenden, sondern auch deren Familien gestellt haben. Doch am Ende des Studiums stehen nicht nur eine Masterurkunde, fundiertes Wissen und methodische Kompetenz, sondern auch ein tragfähiges Netzwerk, das die Absolventinnen und Absolventen in ihrem weiteren Berufsleben begleitet. Darauf verweist die Sprecherin der Studierenden, Stephanie CLAUß, Polizeibeamtin aus Baden-Württemberg.

Im Rahmen des Festaktes wurde auch der mit insgesamt 10.000 € dotierte Preis der DHPol verliehen. Der Preis teilt sich in einen Hauptpreis und zwei Preise für studentische Abschlussarbeiten auf. Prof. Dr. Matthias BÄCKER erhält 7.000 € für seine Habilitation zum Kriminalpräventionsrecht. Über je 1.500 € dürfen sich Anna OECHLE und Fabian SCHÖNEGGE freuen. Die Masterarbeiten der Preisträger beschäftigen sich zum einem mit dem Selbst- und Berufsverständnis von polizeilichen Präventionsbeamten an Berliner Schulen und zum anderen mit der Handhabung körperlicher Gewalt bei polizeilichen Einsatzkräften. Alle Arbeiten sind ein guter Beweis für den Brückenschlag der DHPol zwischen Wissenschaft und polizeilichem Berufsfeld, betont Präsident Prof. Dr. Hans-Jürgen LANGE in seiner Abschlussrede. 

Der Dialog zwischen Berufspraxis und Wissenschaft ist essenziell für die Weiterentwicklung der Hochschule. Das betrifft, so Prof. Dr. LANGE, alle Aufgabenbereiche der Hochschule, Studium, Fortbildung und auch in besonderem Maße die interdisziplinäre Forschung. Wie können z.B. die Grundwerte einer Bürgerpolizei und ein hohes Sicherheitsbedürfnis - wie es in jüngster Zeit durch Amoklagen und terroristische Anschläge - in der Bevölkerung gewachsen ist - in Einklang gebracht werden? 

In diesen verstärkten Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis passt die Gründung des Alumni-Netzwerks ganz besonders gut. Die Absolventinnen und Absolventen wollen mit diesem Netzwerk den Dialog zwischen Berufspraxis und Wissenschaft, zwischen Hochschule und Absolventinnen und Absolventen institutionalisieren. Inhaltliche Anknüpfungspunkte gibt es, so Prof. LANGE, mehr als genug.

01.07.2016

Die kriminalpolitische Onlinezeitschrift – KriPoZ geht an den Start

Erste Ausgabe der kriminalpolitischen Zeitschrift Großbildansicht

Seit dem 1. Juli 2016 ist die kriminalpolitische Onlinezeitschrift KriPoZ im Internet verfügbar. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt ist aber weit mehr als eine Zeitschrift. Es handelt sich vielmehr um ein kriminalpolitisches Portal (KriPoZ), das Gesetzentwürfe und Stellungnahmen bereitstellt. Die Schriftleitung und Betreuung der Homepage erfolgen durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachgebiets Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminalpolitik der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol). Homepage und Zeitschrift sind kostenlos abrufbar. Auch ein kostenloser Newsletter wird angeboten. Neben dem Onlineportal erscheint im zweimonatigen Turnus die wissenschaftliche Online-Zeitschrift KriPoZ. Die Herausgeber Prof. Dr. Gunnar Duttge (Universität Göttingen), Prof. Dr. Bernd Heinrich (Universität Tübingen) und Prof. Dr. Anja Schiemann (Deutsche Hochschule der Polizei, DHPol) verfolgen mit dieser Zeitschrift das Ziel, den kriminalpolitischen Diskurs anzuregen und den Austausch über kriminalpolitische Themen national und international zu beschleunigen. Durch eine Kommentarfunktion, die sowohl zu den aktuellen Gesetzentwürfen und Stellungnahmen als auch zu den wissenschaftlichen Beiträgen des KriPoZ-Heftes angeboten wird, wird dieser Austausch unterstützt. Heft 1 beschäftigt sich mit der Reform des Sexualstrafrechts und des Unterbringungsrechts, mit der bereits Gesetz gewordenen geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung und Reformüberlegungen zur Führungsaufsicht. In der Auslandsrubrik sind die Privatisierungstendenzen des Strafvollzugs in Brasilien Thema. Darüber hinaus wird die Bundesverfassungsgerichtsentscheidung zur teilweisen Verfassungswidrigkeit des BKA-Gesetzes kommentiert.

21. - 23.06.2016

Treffen der Forschergemeinschaft „Environmental Criminology und Crime Analysis“ (ECCA) erstmalig in Deutschland an der DHPol

Der Preisträger, Prof. John Eck nach der Preisverleihung (v. li. n. re. Ralf Gromann, Prof. John Eck, Klaus Welter)(Foto: DHPol) Großbildansicht
Über achtzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus zehn Ländern trafen sich vom 21. – 23. Juni 2016 zur ECCA Jahrestagung an der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) in Münster. Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Konferenz „Environmental Criminology“, stand der Einfluss von Raum und Zeit auf die Entstehung von Kriminalität. Wesentliches Ziel ist es dabei, die Entstehung von Kriminalität zu verhindern. Erstmalig war es der DHPol und hier dem Fachgebiet Kriminalistik - Grundlagen der Kriminalstrategie unter der Leitung von Klaus Welter gelungen, diese internationale Konferenz nach Deutschland zu holen. Das war Grund genug für die Stadt Münster, die Gäste, die aus Australien, den USA, Kanada, England, den Niederlanden, Südafrika und El Salvador ange-reist waren, im Friedenssaal zu empfangen. Bürgermeister Gerhard Joksch unterstrich die Bedeutung, die internationale wissenschaftliche Konferenzen für die Wissenschafts- und Friedensstadt Münster haben. Das inhaltliche Programm der Konferenz, die in den Räumen der DHPol stattfand, war in gewohnter Weise dicht gedrängt. Nach Themengebieten geordnet präsentierten die Konferenzteilnehmerinnen und -Teilnehmer Ergebnisse ihrer aktuellen Studien und diskutierten diese lebhaft. Darüber hinaus leiteten prägnante Kurzvorträge am zweiten Veranstaltungstag ein Panel mit Poster-Präsentationen ein. Angesichts der internationalen Ausrichtung der Veranstaltung behandelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer neben klassischen kriminalistisch-kriminologischen Themen wie Verhinderung und Verfolgung von Straftaten unter besonderer Berücksichtigung von Raum und Zeit auch die phänomenologische Veränderung bestimmter Delikte. Auch innovative Fragestellungen wie der sinnvolle Einsatz von GIS-Systemen oder "Big Data" im Rahmen der Kriminalprävention fanden Berücksichtigung. Der diesjährige ECCA-Award wurde im Rahmen des Conference Dinners an Prof. John Eck von der University of Cincinnati verliehen. Die in der Gemeinschaft als „Ronnie-Award“ bezeichnete Auszeichnung trägt ihren Namen zu Ehren des ersten Preisträgers, Prof. Ronald V. Clarke (Rutgers University Newark/New Jersey), der es sich nicht nehmen ließ die Verleihung persönlich vorzunehmen. Hochzufrieden zeigten sich Veranstalter und Teilnehmer mit den Diskussionen, den erzielten Ergebnissen und der Organisation der Veranstaltung, die im kommenden Jahr in El Salvador stattfinden wird.
20./21.04.2016

Forschungsperspektiven der Zuwanderung

Prof. Lange im Kreis der Referenten sowie der Moderatorinnen und Moderatoren
Referenten und Moderatoren der Tagung "Forschungsperspektiven der Zuwanderung" (Foto: Sylvia Höpper, DHPol) Großbildansicht
An der Deutschen Hochschule der Polizei fand unter dem Titel „Forschungsperspektiven der Zuwanderung“ am 20. und 21. April 2016 eine Konferenz statt, die vor allem dem Austausch und der Identifikation von Forschungsfragen diente. Die inhaltliche Einführung in die Tagung nahmen Dr. Wolf Junker, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und Ralph Tiesler, Bundesministerium des Innern (BMI) vor. Während Dr. Wolf Junker einen Überblick über die Maßnahmen des BMBF im Bereich Migration und Integration gab, schilderte Ralph Tiesler (BMI), der mit der Koordinierung der Flüchtlings- und Asylbewerberaufnahme beauftragt ist, die aktuelle Situation der Migrations- und Flüchtlingsbewegung. An die Einführungsvorträge anschließend, entschieden sich die 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer für einen der sechs Themenworkshops. Dort diskutierten sie mit den Moderatorinnen und Moderatoren vertiefend über Fragestellungen, die sich aus der aktuellen Zuwanderung ergeben und aus denen sich Forschungsansätze ableiten lassen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie die zahlreichen Verantwortlichen aus Behörden und Verbänden, die sich in ihrer Arbeit mit Fragen und Herausforderungen der Zuwanderung befassen, nahmen sich die Zeit, das aktuelle Phänomen der Zuwanderung differenziert zu betrachten. Dabei standen die Themenfelder Auswirkung von Flucht und Migration auf die Gesellschaft ebenso auf der Agenda wie sicherheitsrechtliche und kommunale sicherheitspolitische Fragestellungen. Ferner lag der Fokus auch auf Fragen der Sicherheitskultur und ihrem Anteil an einer gelingenden Integration. Auch wenn angesichts der umfassenden und zahlreichen gesellschaftlichen Herausforderungen nach schnellen Lösungen gesucht wird, waren sich die Expertinnen und Experten einig, dass es Zeit ist, langfristige Forschungsvorhaben zu konzipieren und in einem Verbund von Wissenschaft und Praxis zu realisieren. Die Deutsche Hochschule der Polizei wird sich des Themas weiterhin annehmen und ihren Teil zur Vernetzung der Akteure zu leisten versuchen.
14.03.2016

Matthias Zeiser neuer Vizepräsident der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol)

Urkundenübergabe an Matthias Zeiser
Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange, Leitender Kriminaldirektor Matthias Zeiser, Ministerialdirigent Wolfgang Düren (v. li. n. re., Foto: Ralf Hövelmann, MIK): Großbildansicht
"Das Team an der Spitze der DHPol ist wieder komplett", freut sich Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange, Präsident der Hochschule. Am Montag, dem 14.03.2016, wurde Matthias Zeiser im Ministerium für Inneres und Kommunales Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf von Ministerialdirigent Wolfgang Düren zum Vizepräsidenten der DHPol bestellt. Der 48jährige Leitende Kriminaldirektor kommt nicht neu an die DHPol, sondern ist seit 2009 Leiter des Fachgebiets "Kriminalistik – Phänomenbezogene Kriminalstrategie". 2012 wurde er zudem in das Amt des Sprechers der Lehrenden gewählt. Nun beginnt für Matthias Zeiser ein neuer Abschnitt an der DHPol. Lehre und Forschung kehrt er den Rücken, um sich den internationalen Kooperationen und Netzwerken zuzuwenden, die für die Hochschule eine wachsende Bedeutung haben. Doch auch das internationale Parkett ist kein wirkliches Neuland für den neuen Vizepräsidenten. Neben einer Ausbildung an der FBI Academy in den USA Anfang der 2000er Jahre gehörte die regelmäßige Durchführung von internationalen Seminaren im Rahmen des Netzwerks der Europäischen Polizei Colleges (CEPOL) zu den Schwerpunkten seiner Arbeit als Fachgebietsleiter. Dabei war ihm die Kontinuität in der internationalen Zusammenarbeit besonders wichtig. So fährt er seit 2011 jährlich nach Tallin, um an der Estnischen Sicherheitsakademie in einem EU-geförderten Masterprogramm Vorlesungen zu halten. Auch in der Forschung ist seine Ausrichtung international, was sich im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts "Risikomanagement der Korruption aus der Perspektive von Unternehmen, Kommunen und Polizei" an einem Systemvergleich der USA und der Bundesrepublik Deutschland zeigt. In seinem neuen Amt wird Matthias Zeiser seine Erfahrungen in der internationalen Zusammenarbeit sehr gut gebrauchen können. "Seine Aufgabe wird es zunächst sehr wesentlich sein, die Internationalisierungsstrategie der DHPol, die für die institutionelle Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat 2018 vorliegen muss, zu erarbeiten und mit Leben zu füllen", wie der Präsident der DHPol, Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange erläutert. Bevor Matthias Zeiser 2009 an die Deutsche Hochschule der Polizei kam, durchlief er zahlreiche berufliche Stationen. Begonnen hat sein Berufsweg in der Polizei beim Bundeskriminalamt. Nach dem Studium an der Fachhochschule des Bundes, Abteilung Kriminalpolizei, wechselte Zeiser zur Polizei des Landes Baden-Württemberg. Nach dem Studium für den Aufstieg in den höheren Kriminaldienst, das ihn erstmals nach Münster führte, hatte er verschiedene Führungsfunktionen im Land Baden-Württemberg inne, so dass er auf einen großen kriminalpolizeilichen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann. Die neue Aufgabe in der Leitung der Deutschen Hochschule der Polizei bietet ihm die Möglichkeit, seine nationale und internationale Berufserfahrung umfassend einzubringen und neue Impulse für die internationale Kooperation der DHPol zu setzen.
01.03.2016

Sally Perel – bewegende Autorenlesung in der Stadthalle Hiltrup

v.l.: Lars Wagner (DHPol), Sally Perel (Foto: Sylvia Höpper, DHPol) Großbildansicht

Weit über 300 Gäste hatten sich angemeldet, um Sally Perel am 01. März 2016 persönlich in der Stadthalle Hiltrup zu erleben. Sally Perel ist einer der wenigen noch lebenden Zeitzeugen des Holocaust, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, auf der Grundlage seines Buchs „Ich war Hitlerjunge Salomon“ an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte zu erinnern. Regelmäßig hält sich der in Israel lebende Autor zu Lesereisen in Deutschland auf. Bewundernswert ist seine Haltung gegenüber dem Land, in dem ihm und seiner Familie unendliches Leid widerfahren ist. Eine seiner Aussagen macht diese Haltung besonders deutlich: „Wer Menschen Hass entgegenbringt, begeht ein Verbrechen“.

In der vollbesetzten Hiltruper Stadthalle war es vollkommen still, als Sally Perel, mittlerweile fast 91 Jahre alt, aus seinem Leben berichtete. Es ist kaum vorstellbar, wie es ihm gelang, seine schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten. Der Weg war nicht einfach, wie er auf Nachfrage aus dem Publikum deutlich machte: „Es mussten enorme Kräfte mobilisiert werden, und zunächst ist es mir nur gelungen, alles zu verdrängen. Die Last wird mich ein Leben lang begleiten. Meine Geschichte habe ich erst nach 40 Jahren aufs Papier gebracht, als Selbsttherapie“. Sally Perel trug so eindringlich vor, dass die Zuhörerinnen und Zuhörer allen Alters ihm gebannt lauschten. Das Publikum aus jungen Menschen der beiden Hiltruper Gymnasien, aus Studierenden der Deutschen Hochschule der Polizei, aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hochschule sowie des Innenministeriums und des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW war sich der Tatsache bewusst, dass es eine der wenigen Gelegenheiten war, einen Zeitzeugen des Holocaust persönlich zu hören und damit authentische Informationen aus dieser Zeit zu bekommen.

Sally Perel wird nicht müde, sich mit seinen Lesungen immer wieder der Erinnerung zu stellen, um dem Leugnen des Holocaust zu begegnen und für den Frieden zu kämpfen.

Eine Veranstaltung, die den Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben wird.

15.02.2016

150 Polizistinnen und Polizisten aus ganz Deutschland üben den Ernstfall an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ)

BBK-Präsident Christoph Unger: Nur im Zusammenwirken gelingt Bewältigung von Großschadenslagen

„Wie die Naturkatastrophen der vergangenen Jahre, die Terroranschläge in Europa und nicht zuletzt die Flüchtlingskrise gezeigt haben, müssen sich die Verantwortlichen mit unterschiedlichen und neuartigen Szenarien auseinandersetzen. Nur im Zusammenwirken aller Beteiligten wird es gelingen, derartige Lagen auch in Zukunft erfolgreich zu bewältigen." Mit diesen Worten begrüßte der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) Christoph Unger die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars „Größere Gefahren- und Schadenslagen/Katastrophen" im Masterstudiengang „Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement" der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) an der AKNZ in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Unger betonte weiter, Ziel aller Seminare an der AKNZ sei es, die verschiedenen „Player" des Bevölkerungsschutzes vorzustellen und ihnen so die Möglichkeit der Verzahnung zu geben sowie die Netzwerkbildung zu fördern. Polizeibeamtinnen und -beamte gehören daher in vielen Seminaren der AKNZ zur Zielgruppe.

Ziel dieser Stabsrahmenübung an der AKNZ ist es, unter einsatznahen Bedingungen die Bewältigung einer Großschadenslage zu üben sowie eine Pressekonferenz unter realitätsnahen Umständen durchzuführen. Damit sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefordert, die konkrete Arbeit in einem Polizeistab sowie die Maßnahmen und Wege zur Entscheidungsfindung, insbesondere in Stresssituationen zu üben.

„Gerade auch die Anschläge vom 11. September 2001 und das Elbehochwasser 2002 sowie andere herausragende Ereignisse im Jahr 2002, wie der Amoklauf in Erfurt oder Flugzeugabsturz bei Überlingen haben deutlich gemacht, dass polizeiliche und nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr wesentlich enger zusammenarbeiten mussten. Vor diesem Hintergrund zeigt aber beispielsweise die Flut an Elbe und Donau im Jahr 2013, die vom Deutschen Wetterdienst als ‚Jahrhundertphänomen‘ bezeichnet wurde, dass sich eine ganze Menge in diesem Bereich weiterentwickelt hat", so Unger.

Deswegen sei man stolz drauf, dass der gesamte Führungsnachwuchs des höheren Polizeivollzugsdienstes in der Bundesrepublik Deutschland in besonderem Maße mit dem Themenfeld der Einsatzbewältigung in der Zusammenarbeit mit dem Bevölkerungsschutz vertraut gemacht wurde und wird. „Dies sind seit 2004 mehr als 1.300 Polizeibeamtinnen und –beamte, was sicher eine solide Grundlage für einen guten Austausch ist", so Unger.

Der Leiter des Fachgebietes „Polizeiliches Krisenmanagement" an der DHPol, Torsten Juds, betonte ebenfalls die gute Zusammenarbeit. „Wir als Deutsche Hochschule der Polizei freuen uns, dass wir auch in diesem Jahr wieder von der Kooperation mit der AKNZ profitieren können. Die Übungswochen stellen für die Studierenden eine der wenigen Gelegenheiten dar, theoretisches und praktisches Wissen miteinander zu verknüpfen. Gerade in der heutigen Zeit ist es für die Führungskräfte der Polizei wichtig, sich auf Großschadensereignisse, Katastrophen und terroristische Anschläge vorzubereiten. Dazu finden wir in Bad Neuenahr-Ahrweiler hervorragende Bedingungen."

In diesem Jahr nehmen 150 Studierende an der Übung teil. Über 80 Dozentinnen und Dozenten leiten die Übungsreihe. Für die AKNZ bedeutet diese Veranstaltung einen erheblichen logistischen Aufwand. So werden insgesamt sechs Stabsräume eingerichtet und mehr als zwei Kilometer zusätzliche Kabel verlegt, um 140 PCs und 140 Telefone in den Übungsräumen zu betreiben.


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